Gul Pacha Ulfat: Ausgewählte Prosa

Weisheit und Feingefühl eines afghanischen Philosophen
Der paschtunischen Sprache gewidmet

Ins Deutsche übertragen von Ingrid von Heiseler
Metagrapho Wolfsburg und Afghanic Bonn 2019

Auf blog.bildungshaus-wolfsburg wird das Buch vorgestellt.

MEIN LIEBES BÄUMCHEN
Ich weiß nicht, wo du warst oder woher du gekommen bist.
Ich weiß nur, du standest mit all den anderen Bäumchen eng gedrängt an einem Ort, wo du nicht genug guten Boden hattest, um zu wachsen. Deshalb verließest du den Ort und kamst hierher.
Ich bin sehr glücklich, dass du gekommen bist, und ich habe für dich einen Platz in meinem Hof gefunden.
Ich möchte, dass deine Beziehung zu diesem Haus und seine Verständigung mit ihm sehr stark sein werden, dass sich deine Wurzeln in alle Richtungen ausbreiten, dass deine Äste in die Luft ragen und dass du zu einem hohen Baum heranwächst. Du lebst mit meinen Kindern in diesem Haus! Dieser Ort sollte dich nicht einengen. Es ist dein Haus. Du bist wie eines der Kinder, die hierher gehören.
Ich hoffe, viele Menschen werden in deinem Schatten sitzen können.
Mögen doch alle Menschen deine Blüten und deine süßen Früchte sehen und mögen sie die schönen Lieder der Vögel aus deinen Ästen und Zweigen hören.
Mein Bäumchen! Wie schön wird es sein, wenn ich dich grünen und blühen sehe!
Deine schönen Blüten, dein Schatten und deine Früchte werden ein großer Segen für mich sein.
Wenn ich eine Gedenkstätte zurücklasse, werden diese gute Tat und all ihre positiven Folgen ein großer persönlicher Schatz sein.
Ich will Rosensträucher und Ziersträucher um dich herum pflanzen. Ich möchte, dass du weißt, dass ich mich nicht nur um der Früchte willen mühe, sondern dass ich auch deine Blüten und deine grünen Blätter liebe.
Schließlich habe ich nicht nur einen Magen und kann nicht ohne Nahrung leben, sondern ich habe auch Augen und eine Nase im Gesicht.
Wie wunderbar wird es sein, am Morgen die lieblichen Stimmen der Singvögel in deinen Zweigen zu hören, wenn ich von ihren lieblichen Liedern erwache.
Mein Bäumchen! Wenn du in die Luft wächst, dann sende doch deinen Duft in die Luft und biete dich den Vögeln der Luft an.
Die Brise, die zu dir kommt, soll bei ihrem Scheiden etwas mit sich nehmen.
Auch die Honigbiene soll dich nicht mit leerer Honigblase verlassen.
Ich wollte, meine Freunde könnten deinen Schatten genießen und ich könnte ihr Lachen hören.
Es wird sich gelohnt haben, wenn du, nachdem ich einige Jahre lang Wasser von einem weit entfernten Ort für dich herangeschleppt habe, den Menschen ein Lachen in den Mund zauberst und ihnen glückliche Augenblicke bereitest. (S.106f.)

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Wie gehen wir eigentlich miteinander um? Einige meiner Gedanken zum Thema

Gesprächstherapie
Die Wirkung der Gesprächstherapie beruht darauf, dass die Klientin so viel Mühe darauf verwenden muss, ihr Problem der Therapeutin verständlich zu machen, dass sie es schließlich selbst versteht.

„Wir berühren den Saum eines Gewandes, das Verwandtschaft heißt“
Statt Kontrolle oder Hilfe: Begegnung auf Augenhöhe. Ein Denkanstoß

Plädoyer für Geduld und Langsamkeit der Friedenserzieher im Umgang mit sich selbst (und auch mit anderen)

MEDIATION? Was ist denn das?

Ein paar Gedanken über das „Miteinander-Reden

Gewaltfreie Schule

Andere „schonen“

Systemisches Gespräch

Und ein bisschen neben dem Thema:

Gesammelte kleine Texte

Fortsetzung von Heinrich Heines DONNA CLARA

Dreizehn Taschenbücher: Oktober 2019

IN DER REIHE INGRID VON HEISELER – VERÖFFENTLICHUNGEN:

Uri Avnery
Und setzet ihr nicht das Leben ein. Texte zur Person von und über Uri Avnery
(Ingrid von Heiseler – Veröffentlichungen Band 17) Taschenbuch – 1. November 2017
Der bekannte israelische Autor und Friedensaktivist Uri Avnery kommt hier mit vier sehr persönlichen Texten über sein Leben und seine (im Mai 2011 verstorbene) Frau Rachel zu Wort. Auf seinen Wunsch hin wurde auch seine programmatische Schrift über „Zwei Nationen – zwei Wahrheiten“ aufgenommen. Der Autor schreibt darüber: „Die Wahrheiten beider Seiten werden in eine einzige historische Narration verflochten, die beiden Seiten gerecht wird. Ohne diese gemeinsame Grundlage ist Frieden unmöglich.“
Alle Übersetzungen hat Uri Avnery selbst durchgesehen.

Uri Avnery
Ein Neubeginn. Artikel 2017
(Ingrid von Heiseler Veröffentlichungen Band 23) Taschenbuch – 6. Januar 2018
Uri Avnerys Stimme ist eine Stimme des Friedens und der Vernunft. In seinen wöchentlichen Artikeln stellt er geografische und vor allem historische Zusammenhänge heraus. Seine bei aller Kritik an Entscheidungen seiner Regierung von der Liebe zu seinem Land geprägte Darstellung weckt Verständnis für die aktuellen Ereignisse in der Region, die Mentalität der Israelis und die politische Stimmung im Land. Uri Avnerys Artikel erweisensich auch als hilfreich für das Verständnis der (eigentlich immer) unübersichtlichen weltpolitischen Ereignisse und Situationen: Sein unbestechlicher Blick in die jeweilige GESCHICHTE – oft aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten – scheint dafür unerlässlich zu sein. Tiefe der Analyse, Treffsicherheit des Ausdrucks und Humor erheben die Artikel über die Tagesaktualität ihrer Themen in Allgemeingültigkeit und Zeitlosigkeit. Der Autor zeigt sich als engagierter, zugleich immer auch besonnener, genauer Beobachter seiner Umwelt, als einer, der den Mut nicht verliert, als – so nennt er sich selbst – „Optimist“. Uri Avnery ist Weltbürger und schreibt daher immer ebenso für seine Landsleute wie für die Menschen in der übrigen Welt.

Uri Avnery
Letzte Artikel: Januar bis August 2018
(Ingrid von Heiseler Veröffentlichungen Band 24) Taschenbuch – 31. August 2018
Viele Jahre lang schrieb Uri Avnery wöchentliche Artikel, in denen er meist Ereignisse in Israel beleuchtete. In vielen davon bezog er das aktuelle Geschehen in Israel auf Ereignisse in der Geschichte oder brachte es mit eigenen Erlebnissen in Zusammenhang. Die Artikel erschienen in mehreren Ländern in der jeweiligen Landessprache, darunter auch in Deutschland. Seit Februar 2012 brachten Websites diese Artikel auch in der Übersetzung von Ingrid von Heiseler. Seit 2013 sind die Artikel in Jahresbänden als Bücher erschienen: drei als Papierbücher und drei als eBücher. Der Band Letzte Artikel schließt die Reihe ab. In den Artikeln zeigt sich der Autor als engagierter, zugleich immer auch besonnener, genauer Beobachter seiner Umwelt, als einer, den den Mut nicht verloren hat, als – so nennt er sich selbst – „Optimist“. Trotz Optimismus und Humor bleibt die Bedrohlichkeit der Gesamtsituation immer spürbar.

Ingrid von Heiseler
Dieser Eingang ist nur für dich bestimmt. Erzählungen und andere kürzere Texte
(Ingrid von Heiseler Taschenbücher Band 3) Taschenbuch – 22. November 2017
„Die thematisch und formal sehr unterschiedlichen Texte, bieten Einblicke und Einsichten. Die Geschichten sind dort nicht fertig, wo der Text endet. Sie enthalten mehr, als die Worte sagen, und schwingen weiter in Verstand und Gefühl.” (Dr. Martin Arnold) Einigen der in ein paar Jahrzehnten entstandenen Texte liegen reale Erlebnisse der Erzählerin zugrunde. Die Themen sind: „Generationen“, „Reisen“, „Fast autobiografisch“, „Alter“und „Figuren“. Den Rahmen bilden die Texte „Schriftstellerei“ und „Nachlass“. Man könnte die Texte auch unter dem Titel zusammenfassen: „Kommt dir das nicht bekannt vor? Kennst du nicht auch solche Leute?“ Manche Geschichten enthalten satirische Elemente.

Ingrid von Heiseler
Einer tanzt aus der Reihe. Ein erzählender Bericht
(Ingrid von Heiseler – Veröffentlichungen Band 3) Taschenbuch – 12. April 2018
Die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter. Schon im Kindergarten zeigt der Sohn „auffälliges Verhalten“, in der Schule wird es schlimmer: Dieses eigenwillige Kind kann nicht „stillsitzen“ und will sich den Anweisungen der Lehrer nicht fügen. Schulpsychologe, Spieltherapeut und Nervenarzt stellen ihre Diagnosen. Sie reichen von „wunderbarer Spontaneität“ (mit der die „normale“ Schule nur nicht zurechtkomme) bis hin zur „Verhaltensstörung“. Es beginnt eine Odyssee von Schule zu Schule. Die Autorin liefert mit ihrem erzählenden Bericht sowohl ein eindrucksvolles Beispiel für die hinterwäldlerische Auffassung von Pädagogik und Psychologie in den sechziger Jahren als auch ein heiter-melancholisches Portrait einer Mutter-Sohn-Beziehung, in der zwei trotz aller Widrigkeiten nicht aufgegeben haben.

Ingrid von Heiseler
Lost in Goa. Fakten und Fiktion
(Ingrid von Heiseler – Veröffentlichungen Band 5) Taschenbuch – 30. Juli 2018
Eine verzweifelte Mutter, Bettlerin in Panjim, der Hauptstadt Goas, sucht ihre kleine Tochter überall vergeblich. Was haben die Ausländer, die in dem Park herumlungern, mit ihrem Verschwinden zu tun? Wird die Touristin Manuela sich, wie sie vorhat, umbringen und wenn ja, wie wird sie das anfangen? Und hat auch sie vielleicht etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun? Leserinnen und Leser erfahren über das spannende Geschehen hinaus auch sehr viele Fakten über Ort und Zeit der Handlung und über die am Ende des vorigen Jahrhunderts in Goa herrschende Stimmung: Viele Ältere kultivieren ihre Nostalgie nach der Portugiesen-Zeit. Zahlreiche Originalfotos veranschaulichen zusätzlich den Text.

Zarin Anzor
Erinnerungen aus einem afghanischen Dorf. Paschtunische Kurzgeschichten
(Ingrid von Heiseler – Veröffentlichungen Band 17) Taschenbuch – 2. November 2017
Anzor erzählt von Erfahrungen: den Frustrationen durch politische Unruhen, häufigen Regimewechsel und Korruption der Regierung. Die Kurzgeschichte wird zum Fenster in eine Kultur. Anzors paschtunisches Dorf und städtisches Umfeld spiegeln stereotype Ehrenmorde und die Notlage von Frauen und Mädchen der paschtunischen Gesellschaft wider und wir blicken in das Innere eines Paschtunen, der mit seinem Gewissen und seiner Heuchelei kämpft. Die Geschichten zeigen die Widersprüchlichkeiten zwischen Leben und Religion, die Forderungen, die sich aus den Erwartungen des Stammes ergeben, und die typischen Entbehrungen und Nöte gewöhnlicher Afghanen. Juwelen und die drei letzten Texte sind der Gattung Groteske zuzuordnen: sie gehören zu den „literarischen Werken von grausig-monströsem, dabei aber auch derb-komischem Charakter“. „Nirgendwo in der Welt würde so etwas passieren, der Ausgang der Geschichte ist unrealistisch, völlig fiktiv. Ein solcher Schrecken und solche Gewalt sind nicht realistisch.“ So urteilen Nicht-Afghanen in einer der Kurzgeschichten, aber die übrigen Geschichten belehren uns eines Schlimmeren! Wir lernen eine Kultur kennen, in der die irrtümliche Berührung der Hand einer Frau zu zwei Morden führen kann.

Rajmohan Gandhi
GHAFFAR KHAN. Gewaltfreier Badshah der Paschtunen
(Ingrid von Heiseler Veröffentlichungen Band 22) Taschenbuch – 27. November 2017
Rajmohan Gandhi bietet in seiner einfühlsamen Biografie neue Einsichten in das Leben und die Leistungen des Pathanen (Paschtunen) Khan Abdul Gaffar Khans, des Gründers der Bewegung der Khudai Khidmatgars (Diener Gottes), einer „Armee“ von 100 000 Männern, die sich eidlich dem Dienst an der Menschheit und der Gewaltfreiheit verpflichtet hatten. Sein Wirkungsbereich war vor allem die damalige „Nordwestgrenzprovinz“ Indiens. Der Autor zieht enge Parallelen zwischen dem Leben Badshah Khans und dem Leben Mahatma Gandhis, Khans „Bruders im Geist“. Wie dieser widmete er sich dem Kampf um Befreiung von der britischen Kolonialherrschaft und der Verbesserung der Lebensumstände seiner Landsleute. India Today urteilte über das Buch: „Ein hervorragend lesbares und gut ausgeführtes Portrait.“

Dietrich Fischer erzählt Geschichten die Mut machen
(Ingrid von Heiseler Veröffentlichungen Band 7) Taschenbuch – 4. Februar 2018
In dieser Geschichtensammlung wird von Erfolgen erzählt, davon, was Einzelne haben tun können, um ihr Leben zu bereichern, um Frieden und Glück zu finden und anderen zu bringen. Die Geschichten sollen alle, die sie lesen oder hören, dazu ermutigen, ihr Bestes zu versuchen und an ihre Zukunft und möglichen Erfolge zu glauben. Auch von erfolgreicher Konflikt-Transformation und Problemlösungen wird berichtet und diese Berichte können zur Lösung weiterer – vielleicht auch ganz anderer – Probleme anregen. Das Buch umfasst außerdem einige Gleichnisse: etwas Vertrautes wird dazu benutzt, auf etwas Neues oder wenig Bedachtes hinzuweisen. Damit wird eine neue Sichtweise eröffnet. Wir hoffen, dass die Geschichten Anklang finden und ermutigen und dass vielleicht der eine oder die andere daraus etwas Brauchbares lernen möchte.
Umfassende Anhänge, die demselben Geist dienen, ergänzen Dietrich Fischers Geschichten
In memoriam Dietrich Fischer. Er starb am 18. Oktober 2015.

Stellan Vinthagen
Eine Theorie der gewaltfreien Aktion. Wie ziviler Widerstand funktioniert
(Ingrid von Heiseler Veröffentlichungen Band 18) Taschenbuch – 6. Dezember 2017
In diesem bahnbrechenden und sehr notwendigen Buch, dem ersten seiner Art und auf seinem Gebiet grundlegend, stellt Stellan Vinthagen einen großen systematischen Versuch einer Theorie der gewaltfreien Aktion dar. Er behandelt historische und zeitgenössische Beispiele: die Bürgerrechtsbewegung in Amerika, die Anti-Apartheids-Bewegung in Südafrika, die Bewegung Gandhis und seiner Anhänger in Indien, die westdeutsche Friedensbewegung und die daraus hervorgegangene Anti-Atomwaffenbewegung und die Bewegung der Landlosen in Brasilien. Der Autor spricht auf innovative, tiefgehende Weise die theoretischen Kernpunkte an. Er tritt für eine Verbindung von Widerstand und Konstruktion ein. Vinthagen verbindet die Genauigkeit des Soziologen und den Überblick des Historikers mit der praktischen Erfahrung eines Aktivisten. Wichtig ist das Buch für jeden, der mit gewaltfreier Aktion zu tun hat und der über das, was er tut, nachdenkt und es theoretisch untermauern will. Es ist gleichermaßen wichtig für Forscher, Aktivisten und Verteidiger der Menschenrechte.

Gandhi aus nächster Nähe: Die Segnung in Gandhis Nähe aufzuwachsen
Kindheitserinnerungen Narayan Desais

(Ingrid von Heiseler – Veröffentlichungen 24) Taschenbuch – Januar 2019
Der Sohn von Gandhis persönlichem Sekretär Mahadev Desai (1892-1942) Narayan Desai (1924-2015) erzählt von frohen und bitteren Kindheitserfahrungen in der Nähe Gandhis, von erlebter Freude und erlebtem Leid. Dabei wird deutlich, dass Gandhi nicht nur an sich, sondern auch an die Menschen seiner engen Umgebung höchste Anforderungen stellte. Ebenso zeigt sich jedoch auch Gandhis mitfühlendes und zugewandtes Wesen.
Angefügt wurden DIE EREIGNISSE UM MAHADEV DESAIS TOD aus dem ersten Kapitel von Narayan Desai, Feuer und Rose. Biografie Mahadev Desais.
Die Art der Darstellung schlägt gleichermaßen wie das Dargestellte den Leser in ihren Bann.

Mahadev Desai
Zwei Diener Gottes. Die Brüder Khan Taschenbuch Auch auf meiner Website.
Die Brüder Khan, der Arzt und Politiker Abdul Jabbar, genannt Dr. Khansahib, und der Sozialreformer und Befreiungsaktivist Abdul Ghaffar, genannt Badshah Khan, waren Ende 1934 nach einer ihrer Entlassungen aus dem Gefängnis Gäste Jamnalal Bajajs in Wardha, Maharashtra, Westindien. Dort verbrachten sie einige Zeit mit GANDHI. Gandhi bat seinen Sekretär Mahadev Desai, eine Charakterskizze der beiden für die Öffentlichkeit herzustellen, in der sie als Menschen und nicht als politisch Handelnde dargestellt würden. In seinem Vorwort schrieb er über sie: „Je besser ich sie kennenlernte, umso mehr fühlte ich mich zu ihnen hingezogen. Ich war betroffen von ihrer erkennbaren Aufrichtigkeit, Offenheit und äußersten Einfachheit. Ich erkannte auch, dass sie an Wahrheit und Gewaltfreiheit nicht als an einer Politik, sondern als an einem Glauben festhalten.“ Der Verfasser Mahadev Desai wurde 1892 geboren. Sein Vater war Lehrer, seine Mutter starb, als er sieben Jahre alt war. 1913 schloss er das Jurastudium mit dem Bachelor of Law ab. Auf der Suche nach seiner wahren Berufung lernte er 1915 Gandhi kennen. Seit 1917 war er Gandhis hingebungsvoller Sekretär. Die Beziehung hielt ein viertel Jahrhundert. Mahadev lebte nicht nur mit Gandhi, sondern ging ganz und gar in seinem Meister auf. Er schrieb vom 13. November 1917 bis einen Tag vor seinem Tod Gandhis Tagebuch Tag für Tag mit Gandhi. Er starb am 15.8.1942 als Mithäftling Gandhis im Gefängnis an Herzversagen.
Die Anhänge informieren genauer über den Verfasser Mahadev Desai.

Auf dem Weg zu einer buddhistischen Psychologie des Friedenstiftens
September 2019
ERSTER TEIL VON JOHN MCCONNELL: Achtsame Mediation
Taschenbuch

Auf dem Weg zu einer buddhistischen Psychologie des Friedenstiftens


John McConnell stellt im hier deutsch vorliegenden ersten Teil seines Buches MINDFUL MEDIATION von 1995 die buddhistische Psychologie dar und bezieht sie auf den Umgang mit sich selbst, mit anderen, mit Konflikten und auf Friedensstiftung.
Ein zentraler Begriff im Buddhismus ist SATI – Achtsamkeit. Sie hält den Geist vom Umherschweifen ab und erlaubt Geisteszuständen nicht, unbeachtet vorüberzuziehen. Sie bewahrt den Geist davor, aufgeregt und ruhelos zu werden. Man kann sie mit einem Torhüter vergleichen: Sie wacht über die verschiedenen Sinnen-Tore, durch die die Sinneseindrücke eintreten, und überprüft alles, was durch diese Tore eingeht.

Noch einmal Verfasser, Titel und Vorstellung auf meiner Website:

URI AVNERY: Und setzet ihr nicht das Leben ein. Texte zur Person
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=624

URI AVNERY, Ein Neubeginn. Artikel 2017
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1542

URI AVNERY, Letzte Artikel. Januar bis August 2018
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=2173

M. ZARIN ANZOR, Erinnerungen aus einem afghanischen Dorf. Paschtunische Kurzgeschichten
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1114

INGRID VON HEISELER, Dieser Eingang ist nur für dich bestimmt. Erzählungen und andere kürzere Texte
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=140

INGRID VON HEISELER, Einer tanzt aus der Reihe. Ein erzählender Bericht
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=537

INGRID VON HEISELER, Lost in Goa. Fakten und Fiktion
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=125

RAJMOHAN GANDHI, Ghaffar Khan. Gewaltfreier Badshah der Paschtunen
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1437

STELLAN VINTHAGEN, Eine Theorie der gewaltfreien Aktion. Wie ziviler
Widerstand funktioniert
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1239

DIETRICH FISCHER erzählt Geschichten die Mut machen
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=194

NARAYAN DESAI, Gandhi aus nächster Nähe. Die Segnung in Gandhis Nähe aufzuwachsen. Kindheitserinnerungen N.D.‘s
ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1619

Auf dem Weg zu einer buddhistischen Psychologie des Friedenstiftens
September 2019
ERSTER TEIL VON JOHN MCCONNELL: Achtsame Mediation

Mein Abschied von Uri Avnery und von Tel Aviv

Mein Abschied von Uri

Vielleicht haben wir sogar am selben Tisch gesessen. Der Sessel links neben mir ist jetzt leer. Mir ist, als ob Uri noch neben mir säße …AlsObErNochNebenMirSäße

Um halbvier bin ich heute losgegangen – um halbvier habe ich im letzten Jahr Uri abgeholt und wir sind „zum Sonnen-untergang“ über die lange Treppe von der Gordonstraße zum Strand
runtergestiegen. Im Café war Uri natürlich bekannt. Eine schöne junge Schwarze bediente uns und Uri sagte, sie sei vermutlich eine „Illegale“. Der Gedenk-miz-tapusim. In diesem Jahr schmeckt er buchstäblich bitter. Wie kommt es? Die Stadt ohne Uri hat ihren Charme verloren. Ich sehe vor allem Häuser und denke nicht mehr: Der einzige Grund, nicht in Tel Aviv zu wohnen, ist, dass es unerschwinglich ist.
Zum Foto: Den jungen Mann, den ich gebeten hatte, mit meinem Apparat ein Foto zu machen, musste ich natürlich anlächeln – auch wenn mir ja wehmütig zu Gemüte war – aber auch froh und dankbar für die Begegnungen mit Uri.

Es klappt nicht immer gleich mit der Verständigung. Offenbar habe ich die Frage, ob der Kellner den Sessel zu meiner Rechten zum anderen Tisch umdrehen dürfe, mit Orangensaft bitte beantwortet.

Vor der noch einige Zentimeter über der Aussichtsplattform stehenden Sonne bewegen sich Scherenschnittleute. SonneLeute
Schließlich wird die Sonne rot und größer. Im letzten Jahr hat mir Uri von seiner Jugend erzählt und wir haben ein Lied gesungen, das er noch von vor 83 Jahren kannte. Ich stehe auf, um an den Scherenschnittleuten vorbei die ganze Sonne zu fotografieren.
SonneAllein

Einer der Kellner steht mit seinem Handy neben mir und fotografiert auch die Sonne. Beautiful! Er will das Foto seiner Mutter schicken. Sie wohnt in Tiberias, im Norden.
Ich sehe niemanden, an den ich mich vom letzten Jahr erinnern könnte. Eigentlich würde ich jetzt gerne einer oder einem, der zuhören möchte, von meinem Gedenken erzählen. Weißt du – hebräisch gibt es kein Sie -, der alte Herr, der jeden Tag kam und beim Sonnenuntergang seinen Kaffee trank.

Uri ist nicht mehr da. Das große Fenster, aus dem er so gern zum Meer gesehen hat, ist verrammelt. Von dort hat er im letzten Jahr zu mir runtergeguckt.
RuppinSt10-300

RuppinFassade2000

Dies ist nun der endgültige Abschied.

Uri Avnerys von mir übersetzte Artikel (Februar 1012 bis August 2018): http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=2135

GushShalom600

Zwei Mails nach meiner Reise nach Tel Aviv vom 28.10. bis 4.11.2018:

7. Nov 2018:
Liebe Beate,
erst jetzt nach der Reise ist Uri für mich wirklich tot.
Ich habe immer wieder das Gefühl, ich stehe auf einer Plattform und auf der rechten Seite ist kein Geländer mehr.
Das ist keine Metapher, sondern ein immer wiederkehrendes Gefühl.
Es ist nun alles anders geworden. Ich muss mich wohl erst wieder neu orientieren. Es ist noch offen, wann und wie.
Grüße von Ingrid.

(Original in Deutsch:)
8. Nov 2018:
Liebe Ingrid,
ich habe eben den USB-Stick mit den Photos angesehen und habe deine Übersetzung vom Artikel über Misrachim und
Aschkenasen gelesen. Es war mir, als ob ich seine Stimme hörte. Das heisst, du hast es sehr gut übersetzt. Und ich glaube, das geht nur, wenn man einen Menschen von innen kennt und versteht. Du hast nach so vielen Jahren mit seinem Denken Bekanntschaft gemacht. Das geht viel weiter, als dass du ihn gesehen und gesprochen hast. Er wohnte jeden Donnerstag in deinem Kopf.
Du weisst jetzt, was zu tun ist mit einem freien Donnerstag, aber nachdem du die Leere
erlebt hast, die er hinterlassen hat, fühlst du erst recht, dass es den Menschen, dessen Denken dir so vertraut ist, jetzt einfach nicht mehr gibt.
So verstehe ich das, was du mir schriebst.
Grüße von deiner Beate.

…und von Tel Aviv
Drei Israelis, die mir Dienste geleistet haben, und Gespräch mit Beate

Alle drei, mit denen ich reisebedingt zu tun hatte, waren besonders interessant und
angenehm im Umgang. In der Großstadt läuft man an so vielen vorbei – wer weiß, was man da alles verpasst: „vorbei, verweht, nie wieder“!
Der erste war der, der mich vom Flugplatz zum Hotel fuhr. Jossi. Ein großer dicker Mann Mitte dreißig. Er wohnt in Askalon, weil da die Wohnungen erschwinglich sind. Die Bevölkerung ist gemischt: Aschkenasen, Misrachim und Araber. Alle sind gute Nachbarn. Die Misrachim sind weniger gebildet und verrichten dementsprechend niedrigere Arbeiten. Sie haben viele Kinder und können sich um deren Bildung auch nur wenig kümmern.
Jossis Frau ist Lehrerin, sie haben drei Kinder. Jossi war 12 Jahre Mechaniker beim Militär. Dann ist er bei der Arbeit 6 m abgestürzt und hat sich die Wirbelsäule so verletzt, dass er trotz Operation seine Arbeit nicht weiter ausführen konnte. Seine Rente reicht aus, aber er mag nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen und deshalb fährt er Taxi. Die Taxigesellschaft – Organisation und Kollegen – ist angenehm.
Wir verabschieden uns herzlich und ich sage, ich würde darum bitten, dass er, wenn es passen sollte, mich auch wieder zum Flughafen zurückfährt.
Aber es passt nicht. An seiner Stelle kommt Dawid Schimoni – „wie der Dichter“ (1891-1956). Er ist 77. 1950 sind seine Eltern mit ihren Kindern aus Rumänien gekommen. Er war Diamantenschleifer, aber jetzt kommen die geschliffenen Diamanten aus China. Er muss noch in seinem Alter Geld verdienen. Er ist groß und schwingt den 20-Kilo-Koffer in den Kofferraum. Sie haben jiddisch gesprochen. Eine Nichte oder Großnichte ruft ihn während der Fahrt an und lädt ihn zu ihrer Hochzeit ein. Sie verabschieden sich jiddisch, alles git. Natürlich versteht er auch Deutsch. Aber wir sprechen englisch. Er fragt, was ich von jiddischer Literatur kenne. Scholem Aljechem. Ich lese gerade Tewje der Milchmann auf meinem Lesegerät. Ein Unglück mit einer der sieben Töchter jagt das andere, Gebete und Auflehnung, ironisch formuliert. Wird in Tel Aviv noch jiddisch gesprochen? Ja, von den Alten und bei den „Religiösen“ lernen auch die Kinder noch Jiddisch. Dazu fällt mir die Zugfahrt von vor Jahrzehnten ein. Ein orthodoxer Mann mit kleinem Sohn mit Schläfenlocken macht mir freundlich Platz. Das Kind zeigt aus dem Fenster: „Wos is dos?“, gleich darauf fragt es: „Ma se?“, es ist zweisprachig.
Jiddisch werde in hebräischen Buchstaben geschrieben. Ja, ich suche eine Ausgabe mit 3 Spalten, damit ich nicht nur verstehe, sondern auch richtig ausspreche. Wenn die Buchhandlung auf dem Flugplatz … Sogar schicken könnte er mir – aber alles gebe es ja im Internet. Ich hätte Heike gebeten, mir einen Fahrer zu schicken, mit dem ich reden könne. Gut so! Für ihn auch.
Rollstuhlservice im Flughafen. Die Schlange vorm Sicherheitscheck umgehen, sich setzen, warten. Ein überaus freundlicher dunkelhariger etwas dicklicher Mann kommt und behandelt mich äußerst fürsorglich, aber nicht (direkt) entmündigend. Ungefragt, erzählt er mir von seiner wunderbaren Rettung mit 18 Jahren, jetzt ist er 31. Er heißt Elio (?): Gott gibt Leben. Und das kam so: Mit 18 sollte er zur Luftwaffe gehen, da wurde er überfahren und lebensgefährlich am Kopf verletzt. Im Krankenhaus fanden sie heraus, dass er einen Gehirmtumor habe. Er wurde nur zufällig bei einer Untersuchung wegen der Kopfverletzung entdeckt. Sie haben seinen Kopf dann „von Ohr zu Ohr“ aufgeschnitten. Ob er seinen Namen geändert habe? Ja, das hat der Rabbi vorgeschlagen. Gefragt, erzählt er, sein Vater sei aus dem Irak und seine Mutter aus Marokko eingewandert. Also Misrachim, er stimmt zu. Von der Mutter kann er Französich, aber Englisch liegt ihm nun doch näher. Er fährt mich durch die Kontrollen, packt sogar mein Laptop aus und sorfgältig wieder ein und liefert mich dann bei einer Buggifahrerin ab. Er will kein Trinkgeld nehmen und es ist offenbar keine Ziererei, sondern er ist eher ein bisschen gekränkt.

Summe Tel Aviv 2018
Notwendige Abschiede nach sechseinhalb Jahren Uris Artikel übersetzen und ihn zweimal sehen. Abschied auch von Beate am Schabbatabend – die Busse fahren also wieder. Im vegetarischen Restaurant bei Süßkartoffel-Ingwer-Suppe sehr persönliche Geschichten. Die Eltern ihres sieben Jahre älteren Mannes waren 1945, also als er 10 war, „nicht zurückgekommen“, wie sie damals sagten. Er wollte kein Mitleid und war sehr selbstständig und tüchtig. Ohne je in einer Schule gewesen zu sein, kam er bald in der seiner
Altersgruppe entsprechenden Klasse mit und konnte zwei Jahre später ins Gymnasium gehen. Er wurde Ingenieur. Sie bekam mit 22 ihr erstes Kind – sie wollte ihm eine neue Familie schaffen -, dann noch zwei und dann studierte sie weiter. Sie war Dozentin in einer Sozialfachhochschule. Als sie nach Israel aufbrach, war ihr Sohn, das jüngste Kind, 19 Jahre alt. Ihr Mann Adam war schon in Tel Aviv geboren. Bis zu seinem 10. Lebensjahr
konnte er sehr schlecht sehen, ehe es bemerkt wurde, “dann gleich minus 7 Glasstärke”. Wie seine Mutter studierte auch er Geschichte. In seinem Nachruf schreibt er: “Alles begann im Sommer 1969. Als Vierzehnjähriger sah ich […] eine Anzeige in [… Uris] Zeitung HaOlam HaZeh (diese Zeit): Für das Wahlbüro der Partei HaOlam HaZeh – Koah Chadasch (neue Kraft) [Uris Partei, für die er 10 Jahre lang Abgeordneter in der Knesset war] wurden ehrenamtliche Helfer gesucht.” (Adam Kellers Nachruf im Anhang von Uri Avnery, Letzte Artikel in meiner Übersetzung aus dem Englischen)

Ingrid von Heiseler – Autorin

Früheste Veröffentlichung http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=598

Bücher
Meine Bücher 2018 http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=816
Einer tanzt aus der Reihe http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=537
Ingo lebt anders http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=156
Lost in Goa http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=125
Dieser Eingang ist nur für dich bestimmt http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=140
Leben10Anfänge http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=128
Familienerinnerungen http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=966

Essays
„Gewaltfreie“ Schule http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=7
Aufsätze und andere Texte http://ingridvonheiseler.formatlabor.net/?p=1018

Kreuzheide1968

Die Fotos

Wolfsburg 1968
Autorin90-300

Autorin 1990
TillUndIch300
AntonIngrid
FotoGoabuch01 002Unbenannt-Graustufen-01

Beziehung auf (zugestandener) Augenhöhe

Großmutter und Enkel konsumieren Eis am Stiel – oder sind es womöglich Zuckerstangen?

Autorin 2001

Nun ja, wer unter uns wird schließlich mit den Jahren immer schöner? Aber der Ausweis läuft demnächst ab. (Im Ausweis dann in Farbe) 25.09.2018

Uri Avnery: Letzte Artikel. Januar bis August 2018

AbzGSCovSchrift300In memoriam

Über das Buch
Viele Jahre lang schrieb Uri Avnery wöchentliche Artikel, in denen er meist Ereignisse in Israel beleuchtete. In vielen davon bezog er das aktuelle Geschehen dort auf Ereignisse in der Geschichte oder brachte es mit eigenen Erlebnissen in Zusammenhang. Die Artikel erschienen in mehreren Ländern in der jeweiligen Landessprache, darunter auch in Deutschland. Seit Februar 2012 brachten Websites diese Artikel auch in der Übersetzung von Ingrid von Heiseler. Seit 2013 sind die Artikel in Jahresbänden als Bücher erschienen: vier als Papierbücher und drei als eBücher. Der Band Letzte Artikel schließt die Reihe ab.
In den Artikeln zeigt sich der Autor als engagierter, zugleich immer auch besonnener, genauer Beobachter seiner Umwelt, als einer, der den Mut nicht verloren hat, als, so nennt er sich selbst, „Optimist“. Trotz Optimismus und Humor bleibt die Bedrohlichkeit der Gesamtsituation immer spürbar.
Das Buch ist als eBuch und als Taschenbuch erhältlich und es ist als pdf in der Deutschen Nationalbibliothek erhältlich.

Über den Verfasser
Uri Avnery wurde am 10. September 1923 in Beckum in Westfalen geboren und starb am 20. August 2018 in Tel Aviv in Israel. 1933 wanderten seine Eltern mit ihm und seinen Geschwistern nach Palästina aus. Dort kämpfte er seit früher Jugend für die Befreiung von der britischen Besatzung und gegen arabische Kämpfer. Nach einer schweren Verwundung änderten sich seine Anschauungen grundsätzlich. Mit Büchern und seiner Zeitung HaOlam HaZeh setzte er sich für die Verständigung zwischen Israelis und palästinensischen Arabern und später für die Zweistaatenlösung ein. Das brachte ihm viele Feindschaften, ja sogar Mordanschläge ein. Er nahm in vorderster Front an Demonstrationen teil, in denen es im auf die jeweilige Situation bezogenen Sinn um die Durchsetzung der Menschenrechte ging. Später führte er diese Arbeit mit der Bewegung Gusch Schalom fort. Sein letzter Artikel erschien in Haaretz am 7. August, am selben Tag, an dem er einen Schlaganfall erlitt. Bis zu seinem Tod zwei Wochen danach kam er nicht wieder zu Bewusstsein.

Uri Avnery auf dieser Website: Artikel 2012 bis 2018 & “Texte zur Person”

Die Jahrgänge
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018 Letzte Artikel. Januar bis August 2018 als eBuch und als Taschenbuch
– Zur Person. Texte von und über Uri Avnery

Meine Übersetzungen von Uri Avnerys Artikeln vom 30.07.2013 bis zum 04.08.2018 finden sich in chronologischer Reihenfolge hier. Die Artikel vom 12. Februar 2012 bis zum 23. Juli 2013 sind unter den hier angeführten Jahren als pdf zu finden.
Damit sind alle meine Übersetzungen von Uri Avnerys Artikeln direkt zugänglich.

Uri_Avnery_2013_2018_alle_Ingrid_von_Heiseler_Kritisches_Netzwerk_Apartheid_Judaisierung_Israel_Palaestina_Gusch_Schalom_Gush_Shalom_Antizionismus_zionism_Zionismus_Jerusalem

VERSÖHNUNG. Die Vergangenheit aufarbeiten – eine Zukunft aufbauen

Joanna Santa Barbara, Johan Galtung u. Diane Perlman
VERSÖHNUNG
Die Vergangenheit aufarbeiten – eine Zukunft aufbauen
Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler

Wir sind im Großen und Ganzen auf Versöhnung nicht vorbereitet, ja nicht einmal bereit, uns dieser Aufgabe zu stellen. Es gibt weder systematische Erziehung noch systematisches Training in auch nur so einfachen Dingen wie Sichentschuldigen.

[…] Es ist viel zu tun. Unsere Hoffnung ist, dass dieses Buch als Führer dienen kann. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Komplexitäten und der häufige Mangel an Erfolg unsere Vision von dem, was getan werden muss, um die Vergangenheit für eine friedlichere Zukunft aufzuarbeiten, verdunkeln. Es ist zu schaffen, es ist machbar. Wir können hinzufügen: mit ein wenig gutem Willen.

„Nach einigem Anfangswiderstand wird der Pfad der Versöhnung durch gemeinsame Arbeit dahin führen, dass Kulturen und Strukturen sich verändern.“

Rivera Sun, Der Löwenzahnaufstand

Liebe und Revolution. Roman
Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler
Da die Autorin darauf bestanden hat, es (mit Create Space) in den USA zu veröffentlichen, ist es leider sehr teuer geworden.

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Der Löwenzahnaufstand spielt „in einer Zeit – von heute aus gleich um die Ecke“ in den USA. Die Protagonisten Sadie Byrd Gray und Charlie Rider setzen Leib und Leben für die Wiederherstellung der Demokratie gemäß der Bill of Rights ein: „Der Löwenzahnaufstand“, sagte Charlie, „ist die letzte Hoffnung, die uns bleibt, da unsere Demokratie im Griff der heimlichen Diktatur erwürgt wird. Er ist die Weigerung, sich von Furcht und Gier zu Tode quetschen zu lassen. Stattdessen müssen wir handeln, wenn wir leben wollen!“ (3. Kapitel) Die von der Wirtschaft unterwanderte Regierung hat unter dem Vorwand des „Kampfes gegen den Terrorismus“ im
Innern unter anderem die Rede- und Versammlungsfreiheit
aufgehoben. Die hohen Militärausgaben für den „Kampf gegen den
Terrorismus“ in der übrigen Welt dienen als Vorwand dafür, die
„Armen“ hungern zu lassen, während sich eine schmale
Eliteschicht mästet.
Rivera Sun erzählt die Geschichte einer gewaltfreien Revolution, in der Werkzeuge und Strategien angewandt werden, die im Laufe der Geschichte von vielen Führern, darunter Gandhi, Martin Luther King und Gene Sharp, entwickelt wurden. Damit transportiert sie nicht fiktionale Inhalte in einem fiktionalen Text. Das eröffnet die Möglichkeit, dass weitere Kreise mit den Begriffen und „Techniken“ der Gewaltfreiheit bekannt gemacht werden.
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Durch einige Kernsätze wird die – gelegentlich lehrhafte –
Intention des Romans verdeutlicht:
Willst du etwas wirklich Radikales tun? Sei freundlich, nimm Verbindung zu anderen auf, hab keine Angst!
Sei wie der Löwenzahn, wachse in unfruchtbaren Böden, trau dich, gegen Gewalt und Hass aufzustehen, und blühe in Liebe auf.

Wenn Furcht eingesetzt wird, um die Menschen zu beherrschen, dann ist Liebe das, womit wir rebellieren.
Worte eines alten Mannes: „Leben, Freiheit und Liebe? Wer wird dafür eintreten?“
Der Löwenzahnaufstand ist so klein wie ein Brot, das im Ofen gebacken wird, und so groß, dass er Diktatoren stürzen kann.
Arbeitsprinzipien: create, copy, improve, and share: schaffen, kopieren, verbessern und
weitergeben

Ein realistisch gefärbtes Märchen

John Dear: Ein Mensch des Friedens und der Gewaltfreiheit werden

umschlag300 JOHN DEAR
Das Imperium des Todes ließ Jesus von Nazareth nach der dem Imperium eigenen
Ordnung ‚rechtmäßig hinrichten‘ und sein Grab durch Soldaten versiegeln. Jesus aber
missachtete das imperiale Amtssiegel und die Militärwache, verließ das Grab und stiftet seit nunmehr zweitausend Jahren Menschen auf dem ganzen Erdkreis zum Aufstand gegen den Tod an.
Zu diesen Menschen zählt auch der US-amerikanische Priester, Autor und Friedens-aktivist John Dear. Aufgrund seines zivilen Ungehorsams wider das „Imperium“
todbringender Mächte wurde er mehr als 75 Mal inhaftiert. Von seinen über 30 Buchveröffentlichungen liegen Übersetzungen in zehn Sprachen vor. Zum diesjährigen Osterfest (2018) wird dem deutschsprachigen Lesepublikum erstmals eine repräsentative Textauswahl angeboten.

Ausgewählte Aufsätze und Reden.
Übersetzt von Ingrid von Heiseler, ausgewählt & herausgeben von Thomas Nauerth, mit einem Vorwort von Peter Bürger. Norderstedt: BoD 2018. ISBN: 978-3-7460-8898-3
[168 Seiten; Preis 6,99 Euro]
Bestellmöglichkeit finden Sie hier. Hier können Sie auch “einen Blick ins Buch” werfen.

John Dear ist kath. Priester (Ordination 1993) und war Direktor des Versöhnungsbundes (Fellowship of Reconciliation, USA). Nach dem 11. September 2001 gehörte er zu den Rote-Kreuz-Koordinatoren der Geistlichen im Family Assistance Center und beriet Verwandte der Opfer und Rettungskräfte. Er arbeitete in Obdachlosenunterkünften, Suppenküchen und Gemeindezentren; er reiste in Kriegsgebiete in aller Welt, darunter Irak, Palästina, Nicaragua, Afghanistan, Indien und Kolumbien. Er lebte in
El Salvador, Guatemala und Nordirland.
Er saß wegen einer Plowshares-Entwaffnungsaktion acht Monate im Gefängnis.
John Dear hat zwei Master-Abschlüsse in Theologie von der Graduate Theological Union in Kalifornien und lehrte Theologie an der Universität in Fordham, New York City. Er zählt zu den Mitarbeitern von “Pace e Bene”, “peace + all good” in Corvallis in Oregon. Er gehörte bis 2014 dem Jesuitenorden an und wurde dann Priester der Diözese von Monterey in Kalifornien.