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Spiegel der Nation – Meli Hindara

Eine Spiegelung der paschtunischen Kultur in ihren Volkserzählungen. Drei Bände
Die Sammlung von Muhammad Gul Noori in Paschtu ist zuerst 1935 erschienen.

Über dieses Buch
Meli Hindara ist Paschtu und bedeutet Spiegel (hindara) der Nation (meli). Das heißt, die nakluna (Volkserzählungen) dieser Sammlung sind eine Spiegelung der Kultur des paschtunischen Volkes. In ihnen werden die dem Volk wichtigen Dinge behandelt: Liebe, Brüderlichkeit, Tapferkeit, Kampfgeist, Ehre, Frömmigkeit, Keuschheit, Schutz der Frauen, Mitgefühl, Gastfreundschaft, Treue und aufopfernder Patriotismus.
Diese nakluna sind traditionellerweise mündlich überlieferte Geschichten, die von einer Generation zur anderen weitergegeben worden sind. Sie wurden von Geschichtenerzählern, den nakalchian, vorgetragen. Vor der Zeit von Radio und Fernsehen versammelten sich die Menschen und hörten ihrer kunstreichen Darbietung zu. Der nakl soll in erster Linie unterhalten. Allerdings enthält er auch eine psychologische Komponente: Mütter und Großmütter erzählten diese Geschichten ihren Kindern und Enkeln als Gutenachtgeschichten, weil sie moralische Lehren enthalten.
1930 schrieb Muhammad Gul Noori als erster diese nakluna auf, die ihm nakalchian aus Kandahar erzählt hatten. Er widmete sein ganzes Leben bis zu seinem Tod im Jahre 1352 Shamsi (1973) dem Paschtu und sammelte verschiedene Gattungen der Folklore.

Wie lesen Menschen, die in Europa sozialisiert worden sind, diese Geschichten? Ich würde an manchen Stellen am liebsten den Protagonisten zurufen: Löst euch von denjenigen Konventionen, die euch zugrunde richten, wenn ihr sie streng befolgt! Sprecht miteinander, um die Irrtümer aufzuklären, die euer Leben bedrohen! Überlegt euch gut, worin eure „Ehre“ in Wahrheit besteht und ob sie wahrhaftig Töten und Sterben wert ist!
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Band 1 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Band 2 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Band 3 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Stellan Vinthagen: Eine Theorie der gewaltfreien Aktion

Wie ziviler Widerstand funktioniert

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In diesem bahnbrechenden und sehr notwendigen Buch, dem ersten seiner Art und auf seinem Gebiet grundlegend, stellt Stellan Vinthagen einen großen systematischen Versuch einer Theorie der gewaltfreien Aktion dar. Er behandelt historische und zeitgenössische Beispiele: die Bür-gerrechtsbewegung in Amerika, die Anti-Apartheids-Bewegung in Südafrika, die Bewegung Gandhis und seiner Anhänger in Indien, die westdeutsche Friedensbewegung und die daraus hervorgegangene Anti-Atomwaffenbewegung und die Bewegung der Landlosen in Brasilien. Der Autor spricht auf innovative, tiefgehende Weise die theore-tischen Kernpunkte an. Er tritt für eine Verbindung von Widerstand und Konstruktion ein.
Vinthagen verbindet die Genauigkeit des Soziologen und den Überblick des Historikers mit der praktischen Erfahrung eines Aktivisten.
Wichtig ist das Buch für jeden, der mit gewaltfreier Aktion zu tun hat und der über das, was er tut, nachdenkt und es theoretisch untermauern will. Es ist gleichermaßen wichtig für Forscher, Aktivisten und Verteidiger der Menschenrechte.

Als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

S.W.A.SHAH: Ethnizität, Islam und Nationalismus

Muslimische Politik in der Nordwestgrenzprovinz (Khyber Pakhtunkhwa) 1937-1947
S.W.A.SHAH,EthnizitätNWFP

Auch in der Deutschen Nationalbibliothek als pdf erhältlich.

Über das Buch
Diese Untersuchung hat die Politik der Nordwestgrenz-provinz im noch nicht geteilten Indien zwischen 1937 und 1947 zum Thema. Diese war die einzige Provinz mit Moslemmehrheit, die den Indischen Nationalkongress in seinem Kampf gegen das British Raj unterstützte.
Das Thema paschtunische Ethnizität, ihre Interaktion mit der muslimischen Identität im Subkontinent und dem indischen Nationalismus sind zentrale Themen dieser Untersuchung. Diese dreipolare Beziehung führte zu Spannungenzwischen dem paschtunischen Ethno-Regionalismus und dem muslimischen Nationalismus, den die All-India-Moslemliga vertrat.
Es geht darin auch um den Aufstieg der Khudai Khidmatgar, darum, dass der Kongress am Vorabend der Teilung das Grenzprovinz-Volk „im Stich gelassen“ hat, um die Entlassung der Provinz-Kongress-Regierung durch M. A. Jinnah und um die verzweifelte Stellung der Khudai Khidmatgar im neuen Staat Pakistan.
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Mail vom Autor:
Dear Frau Ingrid, salamoona.
Congratulations on the completion of the book. This will be acknowledged by the German readership also that you did a great job. Not many people are aware that side by side with the great Gandhian non-violence movement there was another big movement in the Pashtuns which emphasised upon not only non-violence but their motive was ‘Service to the humanity’. Among the warring Pashtuns it was really very difficult to preach non-violence who later on adopted it as their creed. In the neighbouring Punjab, another Muslim majority province, during the Partition days (August-September 1947) violence erupted and despite all tall claims of a cross-communal organisation, the Unionists failed in curbing violence. According to a careful estimate more than 1.2 million people lost their lives. But here in the North-West Frontier, where the Khudai Khidmatgars were in power, no large scale violence was reported. The whole process of migration was peaceful and without blood shed. I met many people in India who migrated from Frontier, they always mentioned their villages and towns with tears in their eyes and still remember how the volunteers of Khudai Khidmatgars saved their lives, even at times risking their own lives.
This is an excellent effort and I am sure the students and scholars will benefit enormously from your effort.
With your permission I will forward this email also to my colleagues and friends in Heidelberg University and will request them to circulate it in a proper way (also to give it on the SAI newsletter) so that more people should know that now the book is available in German language also.
Have a nice time. Lot of regards.
wiqar ali shah
Dr. Sayed Wiqar Ali Shah D. Phil (Oxon)
Dean Faculty of Social Sciences Quaid-i-Azam University Islamabad – Pakistan
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Mahadev Desai: Zwei Diener Gottes (die Brüder Khan)

Zwei1563Diener27.9.17Desai,ZweiDienerGottes

Die beiden „Diener Gottes“ sind die Brüder Khan Abdul Ghaffar, genannt Badshah Khan, und Khan Abdul Jabbar Khan, genannt Dr. Khansahib. Mahadev Desai nennt sie hier so nach der von Badshah Khan gegründeten Organisation der „gewaltfreien Soldaten“ Khudai Khidmatgar, was „Diener Gottes“ bedeutet.
Rajmohan Gandhi schreibt in seinem Buch Ghaffar Khan (im 3. Kapitel: Hoffnungsfeuer, 1919–37): „Auch zur Familie Bajaj […] in Wardha, entwickelten die Brüder Khan freundschaftliche Nähe. Ebenso zu Gandhis Sekretär Mahadev Desai. Desai fragte die Brüder über ihr Leben aus und stellte bald zum Vorteil der Zeitgenossen und künftiger Forscher ein wertvolles kleines Buch zusammen: Two Servants of God.“
Gandhi schreibt in seiner Einleitung zu diesem Buch: „Wie das Glück es wollte, standen sie unter dem Befehl, bis zum 28. Dezember [1934] die Grenzprovinz nicht zu betreten. […] Deshalb nahmen sie die Gastfreundschaft von Seth Jamnalal Bajaj in Wardha in Anspruch.“
„Dieser vertrauliche Umgang führte mich zu der Schlussfolgerung, dass die Brüder weitgehend missverstanden werden. Deshalb bat ich Mahadev Desai, alles, was er nur konnte, aus ihrem Leben zu notieren und eine Skizze für die Öffentlichkeit herzustellen […] Das Ergebnis ist seine Charakterskizze.“
Die Anhänge informieren genauer über den Verfasser Mahadev Desai.

M. Zarin Anzor: Erinnerungen aus einem afghanischen Dorf. Paschtunische Kurzgeschichten.

Anzor erzählt von Erfahrungen: den Frustrationen durch politische Unruhen, häufigen Regimewechsel und Korruption der Regierung. Wir lernen eine verborgene Welt kennen: Die Kurzgeschichte wird zum Fenster in eine Kultur. Anzors paschtunisches Dorf und städtisches Umfeld spiegeln stereotype Ehrenmorde und die Notlage von Frauen und Mädchen der paschtunischen Gesellschaft wider und wir blicken in das Innere eines Paschtunen, der mit seinem Gewissen und seiner Heuchelei kämpft. Die Geschichten zeigen die Widersprüchlichkeiten zwischen Leben und Religion, die Forderungen, die sich aus den Erwartungen des Stammes ergeben, und die typischen Entbehrungen und Nöte gewöhnlicher Afghanen.
Juwelen und die drei letzten Texte sind der Gattung Groteske zuzuordnen: sie gehören zu den „literarischen Werken von grausig-monströsem, dabei aber auch derb-komischem Charakter“.
„Nirgendwo in der Welt würde so etwas passieren, der Ausgang der Geschichte ist un-realistisch, völlig fiktiv. Ein solcher Schrecken und solche Gewalt sind nicht realistisch.“ So urteilen Nicht-Afghanen in einer der Kurzgeschichten, aber die übrigen Geschichten belehren uns eines Schlimmeren! Wir lernen eine Kultur kennen, in der die irrtümliche Berührung der Hand einer Frau zu zwei Morden führen kann.
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Das Buch ist als eBuch erschienen.

Als pdf ist es in der Deutschen Nationalbibliothek zugänglich.

Jetzt auch als Taschenbuch

Gandhis Lehre in 67 Thesen

Gandhi+Spruch1563A PILGRIMAGE FOR PEACE/ GANDHI AND FRONTIER GANDHI AMONG N. W. F.‘s PATHANS/ BY PYARELAL (1950). [demnächst deutsch auf dieser Webseite]

ANHANG:
QUINTESSENZ VON SATYAGRAHA

Der Anhang besteht aus einer vom Autor Pyarelal Nayyar zusammengestellten Sammlung aus Gandhis Schriften. Darin wird “die Wissenschaft Satyagraha in Theorie und Praxis in einer vollständigen Skizze zusammenhängend so dargestellt, wie Gandhi sie den kriegerischen Pathanen erklärt hat”.

I
EINLEITUNG

Rechte und Pflichten
1. Von meiner des Lesens unkundigen, aber weisen Mutter habe ich gelernt, dass alle Rechte nur infolge einer wohl erfüllten Pflicht verdient und gewahrt werden können. Folglich erwächst uns die bloße Lebensberechtigung daraus, dass wir unsere Pflicht als Bürger der Welt erfüllen. Von dieser einen grundlegenden Feststellung aus ist es wohl recht einfach, die Pflichten von Mann und Frau zu formulieren und jedes Recht mit einer entsprechenden Pflicht zu verbinden, die zuvor erfüllt werden muss. Jedes andere Recht kann als widerrechtliche Aneignung erwiesen werden, für die zu kämpfen sich kaum lohnt.
2. Jeder Mensch hat ein gleiches Recht auf Erfüllung der Grundbedürfnisse seines Lebens, ebenso wie es Vögel und andere Tiere haben. Und da jedes Recht eine ihm entsprechende Pflicht und ein entsprechendes Mittel zum Widerstand gegen einen Angriff darauf mit sich bringt, geht es nur darum, die entsprechenden Pflichten und Mittel herauszufinden, um die elementare Gleichheit zu verfechten. Die entsprechende Pflicht ist, dass ich mit meinen Gliedmaßen arbeite, und das entsprechende Mittel ist, mit demjenigen, der mich der Früchte meiner Arbeit beraubt, nicht zusammenzuarbeiten.

Ahimsa — die oberste Pflicht
3. Ahimsa ist das Mittel, Wahrheit ist das Ziel. Damit Mittel Mittel sein können, müssen sie immer innerhalb unserer Reichweite liegen und so ist ahimsa unsere oberste Pflicht.

II
AHIMSA – IHR WESEN

Ahimsa (Gewaltfreiheit) – eine positive Eigenschaft
4. In ihrer positiven Form bedeutet ahimsa die größte Liebe, die größte Nächstenliebe. Wenn ich ein Anhänger von ahimsa bin, muss ich meinen Feind lieben. Ich muss bei dem Übeltäter, der mein Feind oder mir fremd ist, dieselben Regeln anwenden, die ich meinem Unrecht tuenden Vater oder Sohn gegenüber anwenden würde. Zur aktiven ahimsa gehört notwendig Wahrheit und Furchtlosigkeit. Da der Mensch den, den er liebt, nicht betrügen kann, fürchtet er ihn weder noch macht er ihm Angst. Das Geschenk des Lebens ist das größte aller Geschenke. Ein Mensch, der es in Wirklichkeit hingibt, entwaffnet alle Feindseligkeit. Er ebnet den Weg für eine ehrenhafte Verständigung. Und niemand, der selbst der Furcht unterworfen ist, kann dieses Geschenk gaben. Deshalb muss er selbst furchtlos sein. Ein Mensch kann also nicht gleichzeitig ahimsa praktizieren und ein Feigling sein. Das Praktizieren von ahimsa bringt den größten Mut hervor.

Die Macht der Gewaltfreiheit
5. Wenn satya mit ahimsa verbunden wird, liegt einem die Welt zu Füßen.
6. Richtig verstandene ahimsa ist das Allheilmittel für alle weltlichen und außerweltlichen Übel.
7. Gewaltfreiheit in ihrer dynamischen Verfassung ist keine demütige Unterwerfung unter den Willen des Übeltäters, sondern sie bedeutet: Man nimmt den Kampf mit dem Tyrannen auf. Wenn ein Einzelner unter dem Gesetz unseres Seins wirkt, ist es ihm möglich, der gesamten Macht eines ungerechten Reiches zu trotzen, um seine Ehre, seine Religion und seine Seele zu retten und die Grundlage für den Fall oder die Erneuerung dieses Reiches zu legen.
8. Es ist ein schwerer Irrtum anzunehmen, dass das Gesetz, das für Einzelne gut ist, nicht auch gut für die Massen der Menschheit wäre.
9. Es ist die Feuerprobe für Gewaltfreiheit, dass in einem gewaltfrei ausgetragenen Konflikt kein Groll bestehen bleibt und die Feinde am Ende in Freunde verwandelt werden.

Gewaltfreiheit im Leben des Einzelnen und des Kollektivs
10. Ich halte daran fest, dass Gewaltfreiheit nicht nur eine Eigenschaft des Einzelnen ist. Sie ist auch eine soziale Eigenschaft, die wie andere Eigenschaften gepflegt werden muss. Im täglichen Umgang miteinander wird die Gesellschaft durch den Ausdruck von Gewaltfreiheit geregelt. Was ich verlange, ist die Ausdehnung davon in größerem, nationalen und internationalen Maßstab.

Gewaltfreiheit – das Gesetz der menschlichen Rasse
11. Gewaltfreiheit ist das Gesetz der menschlichen Rasse und sie ist unendlich viel größer als brutale Kraft und ihr weit überlegen.
12. Die einzige Bedingung für einen erfolgreichen Einsatz dieser Kraft ist eine Anerkennung der Existenz der Seele als etwas, das vom Körper getrennt ist, und ihrem dauerhaften Wesen. Und diese Anerkennung muss einem lebendigen Glauben gleichkommen und darf nicht nur ein intellektuelles Verständnis sein.
13. Letzten Endes nützt Gewaltfreiheit dem nichts, der nicht einen lebendigen Glauben an den Gott der Liebe hat.
14. Gewaltfreiheit gewährt der Selbstachtung und dem Ehrgefühl vollkommenen Schutz, jedoch nicht immer dem Besitz von Land oder beweglicher Habe. Allerdings erweist sich ihre gewohnheitsmäßige Ausübung als ein besseres Bollwerk als der Besitz bewaffneter Männer, um diese zu verteidigen.
Gewaltfreiheit ist ihrem Wesen nach keine Hilfe bei der Verteidigung unrechtmäßig erworbenen Besitzes und unmoralischen Handelns.
15. Einzelne und Nationen, die Gewaltfreiheit praktizieren, müssen bereit sein, alles außer ihrer Ehre zu opfern (Nationen bis zum letzten Mann). Daher ist sie mit dem Besitz von Ländern, die anderen gehören nicht zu vereinbaren, d. h. mit modernem Imperialismus, der sich zu seiner Verteidigung offen auf Gewalt stützt.
16. Gewaltfreiheit ist eine Macht, die von allen gleichermaßen ausgeübt werden kann, von Kindern, jungen Männern und Frauen und Erwachsenen, vorausgesetzt sie haben einen lebendigen Glauben an den Gott der Liebe und lieben deshalb die ganze Menschheit in gleicher Weise. Wenn Gewaltfreiheit als Gesetz des Lebens angenommen wird, muss sie das ganze Wesen durchdringen und darf nicht nur auf einzelne Handlungen angewendet werden.

Gewaltfreiheit und Politik – Grundprinzip
17. Ich könnte kein religiöses Leben führen, wenn ich mich nicht mit der gesamten Menschheit identifizieren würde. Das wiederum könnte ich nicht tun, ohne an der Politik teilzunehmen. Das gesamte Spektrum der menschlichen Aktivitäten heute bildet ein untrennbares Ganzes. Man kann nicht sozial-ökonomisch-politische und rein religiöse Arbeit in wasserdicht von einander getrennte Abteilungen teilen. Ich kenne keine von menschlicher Aktivität abgesonderte Religion.
18. Niemand kann aktiv gewaltfrei sein, ohne dass er sich gegen soziale Ungerechtigkeit erhebt, ganz gleich, wo sie auftritt.
19. Gewaltfreiheit auf weltliche Weise ausüben heißt, ihren wahren Wert kennen. Er besteht darin, den Himmel auf die Erde zu bringen. In der anderen Welt gibt es so etwas nicht. Alle Welten sind eines. Ich halte es daher für falsch, den Einsatz von Gewaltfreiheit auf Höhlenbewohner zu beschränken und Verdienst für eine bevorzugte Stellung in der anderen Welt zu erwerben. Keine Eigenschaft ist von Nutzen, wenn sie nicht einen Zweck in jedem Leben erfüllt.

Gewaltfreiheit—Eigenschaft der Starken
20. Ich glaube, dass in einem Fall, in dem man nur zwischen Feigheit und Gewaltanwendung wählen kann, ich zur Gewaltanwendung raten würde.
21. Mein Glaube an Gewaltfreiheit ist eine äußerst aktive Kraft. Sie hat keinen Platz für Feigheit oder auch nur für Schwäche. Es besteht Hoffnung für einen gewalttätigen Menschen, dass er eines Tages gewaltfrei wird, aber keine für einen Feigling.
22. Gewaltfreiheit setzt die Fähigkeit voraus zuzuschlagen. Sie ist eine bewusste, wohlüberlegte Einschränkung des Wunsches nach Rache. Aber Rache ist immer passiver weibischer und hilfloser Unterwerfung überlegen. Vergebung ist noch darüber.
23. Vergebung ist männlicher als Bestrafung. Vergebung ziert den Soldaten. Aber Enthaltung ist nur Vergebung, wenn die Macht zur Bestrafung vorhanden ist. Sie ist bedeutungslos, wenn sie vorgibt, von einem hilflosen Geschöpf auszugehen.
24. Gewaltfreiheit ist ausnahmslos Gewalt überlegen, d. h. die die Macht, die einer gewaltfreien Person zur Verfügung steht, ist immer größer als die, die er hätte, wenn er gewalttätig wäre.
25. Mann für Mann entspricht die Stärke der Gewaltfreiheit genau der Fähigkeit der gewaltfreien Person, nicht ihrem Willen, Gewalt anzuwenden.

III
SEELENKRAFT IM EINSATZ

Satyagraha oder Seelenkraft – Das Gesetz der Wahrheit
26. Den Ausdruck Satyagraha habe ich in Südafrika geprägt, um die Kraft auszudrücken, die die Inder dort volle acht Jahre eingesetzt haben. Seine Grundbedeutung ist: sich an die Wahrheit halten. Ich habe dasselbe auch Liebeskraft und Seelenkraft genannt.
27. Bei der Anwendung von Satyagraha entdeckte ich gleich in den frühesten Stadien, dass das Streben nach Wahrheit nicht erlaubte, gegen einen Gegner Gewalt anzuwenden.
28. Denn das, was dem einen als Wahrheit erscheint, kann dem anderen als Irrtum erscheinen. Und Geduld bedeutet Selbstleiden. Die Doktrin lief also darauf hinaus, dass sie eine Verteidigung der Wahrheit bedeutet, nicht, indem man dem Gegner Leid zufügt, sondern sich selbst.
29. Außer im politischem Bereich besteht der Kampf seitens des Volkes meist darin, sich dem Fehler in Gestalt von ungerechten Gesetzen zu widersetzen. Wenn es einem nicht gelungen ist, dem Gesetzgeber seinen Fehler auf dem Weg von Petitionen und dergleichen klarzumachen, ist, wenn man sich nicht dem Fehler unterwerfen will, das einzige Mittel, das einem offensteht, IHN MIT PHYSISCHER Kraft zu zwingen, einem nachzugeben, oder durch Leiden in eigener Person, nachdem man für den Gesetzesbruch eine Strafe heraufbeschworen hat. In dem Fall erscheint Satyagraha der Öffentlichkeit als ziviler Ungehorsam oder ziviler Widerstand. Er ist zivil in dem Sinn, dass er nicht kriminell ist.

Satyagraha als direkte Aktion – wie das funktioniert
30. Es ist eine Kraft, die schweigend und scheinbar langsam wirkt. Tatsächlich gibt es keine Kraft in der Welt, die so direkt und so rasch wirkt.
31. Das härteste Herzu und die gröbste Unwissenheit muss vor der aufgehenden Sonne von Leiden ohne Wut und Boshaftigkeit verschwinden.
32. Und wenn es erst einmal in Gang gesetzt ist, kann seine Wirkung, wenn es intensiv genug ist, das ganze Universum überraschen. Es ist die größte Kraft, weil es der höchste Ausdruck der Seele ist.
33. Da Satyagraha eine der machtvollsten Methoden der direkten Aktion ist, erschöpft ein satyagrahi zuerst alle anderen Mittel, ehe er zu Satyagraha greift. Deshalb wird er ständig und ausdauernd die organisierten Autoritäten angehen, er wird an die öffentliche Meinung appellieren, die öffentliche Meinung belehren, seinen Fall ruhig und kühl jedem vortragen, der ihm zuhören will, und erst wenn er alle diese Vorgehensweisen erschöpft hat, wird er zu Satyagraha greifen. Wenn er jedoch den ihn vorantreibenden Ruf seiner inneren Stimme in seinem Inneren gehört und wenn er Satyagraha begonnen hat, hat er die Boote hinter sich verbrannt und es gibt für ihn kein Zurück.

Die zehn Gebote Satyagrahas
34. Satyagraha ist äußerste Selbstauslöschung, größte Demut, größte Geduld und strahlendster Glaube. Es ist seine eigene Belohnung.
35. Als satyagrahi muss ich mir immer und immer wieder in die Karten schauen lassen und muss, wenn irgendein Fehler entdeckt wurde, diesen korrigieren.
36. Satyagraha ist sanft, es verwundet nie. Es darf nicht das Ergebnis von Wut oder Boshaftigkeit sein. Es ist niemals kleinlich, nie ungeduldig, nie lautstark. Es ist das genaue Gegenteil von Zwang.
37. Ein satyagrahi will nicht auf Satans Schwingen in den Himmel fliegen.
38. Er muss an Wahrheit und Gewaltfreiheit als seinem Glaubensbekenntnis festhalten und darum an die dem menschlichen Wesen innewohnende Güte glauben, die er durch seine Wahrheit und Liebe, die sich durch sein Leiden ausdrücken, hervorzurufen erwartet.
39. Ein satyagrahi versäumt nie eine Gelegenheit zum Kompromiss zu ehrbaren Bedingungen – und kann diese auch nie versäumen. Im Fall eines Kompromisses geht man immer davon aus, dass, falls er sich als Fehler herausstellt, der satyagrahi immer bereit ist, eine Schlacht zu bieten. Er braucht keine Vorbereitung; seine Karten liegen immer offen auf dem Tisch.
40. Ein satyagrahi sagt der Furcht Lebewohl. Deshalb fürchtet er sie niemals davor, seinem Gegner zu vertrauen. Selbst wenn sein Gegner ihn zwanzigmal getäuscht hat, vertraut er ihm zum einundzwanzigsten Mal, denn bedingungsloses Vertrauen ist das Wesen seines Glaubens.
41. Ein satyagrahi hat niemals die Absicht, den Übeltäter zu beschämen. Er appelliert niemals an seine Angst, sondern immer – so ist es und muss es sein – an sein Herz. Das Ziel des satyagrahi ist es, den Übeltäter zu bekehren, nicht, ihn zu zwingen. In allem, was er tut, sollte er Künstlichkeit vermeiden. Er handelt natürlich und aus innerer Überzeugung.
42. Das Wesen der Wissenschaft Satyagraha hindert den satyagrahi daran, mehr als den unmittelbar vor ihm liegenden Schritt zu sehen.
43. Ein satyagrahi darf niemals den Unterschied zwischen Übel und Übeltäter außer Acht lassen. Gegen diesen darf er keine Feindschaft oder Bitterkeit hegen. Er soll einem bösen Menschen gegenüber nicht einmal unnötig kränkende Worte verwenden, wie unerträglich sein Übel auch sein mag. Denn es ist ein Glaubensartikel eines jeden satyagrahi, dass in dieser Welt niemand so verworfen ist, dass er nicht mit Liebe bekehrt werden könnte. Ein satyagrahi wird immer versuchen, Böses mit Gutem, Wut mit Liebe, Unwahrheit mit Wahrheit und himsa durch ahimsa zu überwinden. Es gibt keine andere Möglichkeit, die Welt vom Bösen zu reinigen.

Die Waffe Nichtzusammenarbeit
44. Nichtzusammenarbeit mit dem Bösen ist ebenso eine Pflicht wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.
45. Wenn wir fest der Meinung sind, dass uns schweres Unrecht angetan wurde und wenn wir nach einem Appell an die höchste Autorität keine Abhilfe erreichen, muss uns eine Macht zur Verfügung stehen, das Unrecht zu beseitigen.
46. Wir dürfen nicht so lange warten, dass das Unrecht gebessert wird, bis im Übeltäter ein Gefühl seiner Schuld erwacht ist. Sondern wir müssen das Unrecht dadurch bekämpfen, dass wir aufhören, den Übeltäter direkt oder indirekt zu unterstützen.
47. Die Aufgabe eines jeden gottesfürchtigen Menschen ist es, sich ganz und gar ohne Rücksicht auf die Folgen von dem Unrecht zu distanzieren.
48. Nichtzusammenarbeit bedeutet vor allem, einem Staat die Zusammenarbeit zu verweigern, der nach der Ansicht dessen, der nicht zusammenarbeitet, korrumpiert worden ist. Gleichzeitig schließt ziviler Ungehorsam seine heftige Variante aus. Nichtzusammenarbeit steht ihrem Wesen nach auch verständigen Kindern offen und kann von Massen auf sichere Weise angewendet werden. Auch
Nichtzusammenarbeit ist ebenso wie ziviler Ungehorsam ein Zweig von Satyagraha, das allen gewaltfreien Widerstand für die Verteidigung der Wahrheit umfasst. Nichtzusammenarbeit als solche ist ungefährlicher als Ziviler Ungehorsam, seine Wirkung ist jedoch weit gefährlicher für die Regierung als ziviler Ungehorsam. Nichtzusammenarbeit hat die Absicht, die Regierung lahmzulegen und Gerechtigkeit von ihr zu erzwingen. Wenn sie auf den äußersten Punkt gebracht wird, kann sie die Regierung zum Stillstand bringen.
49. Nichtzusammenarbeit ist kein passiver Zustand, sie ist ein äußerst aktiver Zustand. Passiver Widerstand ist eine falsche Bezeichnung.
50. Meine Nichtzusammenarbeit gilt Methoden und Systemen, niemals Menschen.
51. Hinter meiner Nichtzusammenarbeit steht immer der heftige Wunsch, selbst mit dem schlimmsten Gegner auf seinen kleinsten Wink hin zusammenzuarbeiten. Da ich ein sehr unvollkommener Sterblicher bin, der ewig auf die Gnade Gottes angewiesen ist, steht niemand außerhalb der Erlösung.

Ziviler Ungehorsam – eine rechtsstaatliche Waffe
52. Ziviler Ungehorsam ist der zivile Bruch einer ungesetzlichen Verfügung. Soweit mir bewusst ist, wurde der Ausdruck von Thoreau geprägt. Ziviler Ungehorsam ist kein Zustand der Gesetzlosigkeit und ein Freibrief, sondern er setzt einen das Gesetz einhaltenden Geist und Selbstbeherrschung voraus. Satyagraha besteht zu einer Zeit in zivilem Ungehorsam und zu einer andren in zivilem Gehorsam.
53. Es ist für freiwilligen Gehorsam auch nicht notwendig, dass die einzuhaltenden Gesetze gut seien. Es gibt viele ungerechte Gesetze, die ein guter Bürger befolgt, solange sie weder seine Selbstachtung noch das moralische Wesen verletzen.
54. Eine Regierung, die schlecht ist, hat keinen anderen Platz für gute Männer und Frauen als in ihren Gefängnissen. Da keine Regierung der Welt eine ganze Nation ins Gefängnis sperren kann, muss sie ihrer Forderung nachgeben oder zugunsten einer Regierung abdanken, die für diese Nation geeignet ist.
55. Ungehorsam gegen das Gesetz des Staates wird zu einer unabweisbaren Pflicht, wenn es in Konflikt mit dem Gesetz Gottes gerät.
56. Ein satyagrahi ist nichts, wenn er nicht instinktiv gesetzestreu ist und es ist gerade sein gesetzestreues Wesen, das von ihm bedingungslosen Gehorsam gegen das höchste Gesetz verlangt. Dieses höchste Gesetz ist die Stimme des Gewissens, das alle anderen Gesetze aufhebt.
57. Ein satyagrahi scheint momentan Gesetzen und der organisierten Autorität ungehorsam zu sein, jedoch nur um am Ende seine Achtung für beide zu beweisen.
58. Ziviler Ungehorsam ist die reinste Form rechtsstaatlicher Agitation. Natürlich wird er menschenunwürdig und verachtenswert, wenn sein ziviler, d. h. gewaltfreier Charakter eine bloße Irreführung ist.

Ziviler Ungehorsam – ein bürgerliches Recht
59. Ziviler Ungehorsam ist ein dem Bürger zustehendes Recht. Er darf nicht wagen, es aufzugeben, wenn er nicht aufhören will, ein Mensch zu sein. Auf zivilen Ungehorsam folgt niemals Anarchie. Krimineller Ungehorsam kann dazu führen. Jeder Staat schlägt kriminellen Ungehorsam mit Gewalt nieder. Der Staat geht unter, wenn er es nicht tut. Wenn er jedoch zivilen Ungehorsam niederschlägt, versucht er, das Gewissen ins Gefängnis zu sperren.
60. Vollkommener ziviler Ungehorsam ist eine Rebellion, die nicht das Element Gewalt enthält. Einer, der durch und durch ein Widerständler ist, ignoriert einfach die Autorität des Staates. Er wird zu einem Ausgestoßenen, der den Anspruch erhebt, jedes unmoralische Staatsgesetz missachten zu dürfen. … Unterwerfung unter das Staatsgesetz ist der Preis, den ein Bürger für seine persönliche Freiheit zahlt. Unterwerfung unter ein Staatsgesetz, das ganz und gar oder weitgehend ungerecht ist, ist deshalb ein unmoralisches Tauschgeschäft von Unterwerfung gegen Freiheit. Ein Bürger, dem das üble Wesen eines Staates klar ist, begnügt sich nicht damit, damit zu leben, dass er ihn duldet, … deshalb nimmt er Einkerkerung und andere Gewaltanwendungen gegen sich in Kauf. Das tut er, weil und wenn er die körperliche Freiheit, die er scheinbar genießt, als unerträgliche Bürde empfindet … So betrachtet, ist ziviler Widerstand ein äußerst mächtiger Ausdruck einer Seelenqual und ein beredter Protest gegen die Fortdauer eines üblen Staates.

Voraussetzungen für zivilen Ungehorsam: Disziplin, Gewaltfreiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Reinheit
61. Ein geborener Demokrat ist einer, der dafür geboren ist, auf eiserne Disziplin Wert zu legen. Demokratie ist demjenigen natürlich, der gewohnt ist, normalerweise willig allen – menschlichen und göttlichen – Gesetzen zu gehorchen. Ich erhebe den Anspruch sowohl durch Anlage als auch durch Übung Demokrat zu sein. Diejenigen, die den Ehrgeiz haben, der Demokratie zu dienen, soll sich zuerst einmal dadurch qualifizieren, dass sie diesen Härtetest der Demokratie bestehen. Ein Demokrat muss äußerst selbstlos sein. Er darf nicht an sich oder seine Partei denken und von sich und ihr träumen, sondern nur an und von Demokratie. Nur damit erwirbt er das Recht auf zivilen Ungehorsam.
62. Damit Ungehorsam zivil sei, muss er aufrichtig, respektvoll und beherrscht und darf niemals aufsässig sein. Er muss sich auf einige wohlverstandene Prinzipien gründen, darf nicht wechselhaft sein und dahinter darf weder Feindseligkeit noch Hass stecken.
63. Für meine Bewegung brauche ich keine Leute, die an die Theorie der vollkommenen oder unvollkommenen Gewaltfreiheit glauben. Es genügt, wenn sie die Regeln der gewaltfreien Aktion befolgen.
64. Die erste unverzichtbare Vorbedingung für jeden zivilen Widerstand ist, dass Sicherheit vor jedem Ausbruch von Gewalt herrschen sollte, sowohl auf Seiten derer, die zivilen Widerstand leisten, als auch auf Seiten der allgemeinen Öffentlichkeit. Im Fall eines Ausbruchs von Gewalt wäre es keine Rechtfertigung, dass dieser vom Staat oder anderen den zivilen Widerständlern feindlich gesinnten Instanzen angestiftet worden sei. Es sollte offensichtlich sein, dass ziviler Widerstand in einer Atmosphäre der Gewalt nicht gedeihen kann. Das bedeutet nicht, dass die Ressourcen eines
satyagrahi erschöpft wären. Ander Möglichkeiten als ziviler Ungehorsam sollten herausgefunden werden.
65. Die Schönheit von Satyagraha, von dem Nichtzusammenarbeit nur ein Kapitel ist, ist, dass es beiden Seiten in einem Kampf zur Verfügung steht, dass es Überprüfungen hat, die in hohem Maße automatisch für die Verteidigung der Wahrheit und Gerechtigkeit wirken. Es ist eine mächtige und treue Waffe ebenso in der Hand des Kapitalisten wie in der Hand des Arbeiters. Es ist ebenso mächtig in der Hand der Regierung wie in der des Volkes und wird der Regierung den Sieg eintragen, wenn das Volk irregeleitet oder ungerecht ist, und es wird die Schlacht für das Volk gewinnen, wenn die Regierung im Unrecht ist.
66. Bei Satyagraha sind es niemals die Zahlen, die eine Rolle spielen. Es ist immer die Qualität, umso mehr, wenn die Kräfte der Gewalt obenauf sind.
67. Tatsächlich genügt ein einziger VOLLKOMMENER ziviler Widerständler dafür, dass die Schlacht des Richtigen gegen das Falsche gewonnen wird.

QUELLENANGABEN

1. Brief an to Dr. Julian Huxley.
2. Young India, 263331, p. 49.
3. Aus Yeravda Mandir, P. 13.
4. G. A. Natesan & Co., Speeches and Writings of Mahatma Gandhi, p. 346.
5. Youg India, 103-3-‘20, p. 3.
6. G. A. Natesan & Co., Speeches and Writings of Mahatma Gandhi, pp. 346f.
7. Young India, 11-8-’20, p. 3.
8. Harijan, 5-9-’36, p. 237.
9. Harijan, 11-12-’38, p. 327.
10. Harijan, 7-1-’39, p. 417.
11: Harijan: 5-9-‘36: p. 236.
12. Ansprache an Europäer in Germiston (Transvaal) 1908.
13. Harijan: 5-9-‘36: p. 236.
14. Ibid.
15. Ibid.
16. Ibid
17: Harijan, 24-12-‘38, p. 393.
18. Harijan, 20-4-’40, p. 97.
19. Harijan, 26-7-‘42, p. 248.
20. Young India, 11-8-’20, p. 3.
21. Young India, 16-6-’27, p. 196.
22. Young India, 12-8-’26, p.285.
23: Young India, 11-3-’20, p. 13. ‘
24. Harijan, 12-10-’35, p. 276.
25. Ibid.
26. Young India, 14-1-’20, p. 5.
27. Ibid.
28. Ibid.
29: Ibid.
30. Young India, 4-6-’25, p. 189.
31. Young India, 10-2-‘25, p. 61.
32. Young India, 23-9-’26, p. 332.
33. Young India, 20-10-‘27, p. 353.
34. Young India, 26-2-‘25, p. 73.
35, Harijan, 15-4-‘33, p. 8.
36. Ibid.
37. Harijan, 15-4-‘39. P. 86.
38. Harijan, 25-3-’39, p. 64.
39. Young India, 16-4-’31, p. 77.
40. M. K. Gandhi: Satyagraha in South Africa, p. 246.
41. Harijan, 25-3-’39, p. 64.
42. Cited by Roy Walker: The Wisdom of Gandhi, p. 20.
43. Young India, 8-8-’29, p. 263.
44. Young India, 23-3-’22, p. 168.
45. Young India, 9-6-’20, p. 3.
46. Young India. 16-6-’20, p.4.
47. Cited by Walker, op. cit, p. 40.
48. Young India, 21-3-’21, p. 90 and 28-7-’20, p. 2.
49. Yong India, 25-8—’20, p. 2.
50. Young India, 12-9-’29, p. 300.
51. Young India, 4-6-‘25, p. 193.
52. Young India, 23-3-‘21, p. 90 and Walker, op. cit., p. 44.
53. Zitiert von Walker, op. cit., p. 44. .
54. Young India, 22-9-‘21, p. 303 and 1-9-’20, p. 575.
55. Ethical Religion: p. 45.
56. Zitiert von Walker, op. cit., p. 44.
57. Natesan’s collection, p. 302.
58. Young India, 15-12-’21, p. 419.
59. Young India, 5-1-’22, p. 5.
60. Young India, 10-11-‘21, pp. 361-62.
61. Harijan, 27-5-‘39, p. 136.
62. Young India, 24-3-‘20, p. 4.
63. Gandhiji’s Corespondence with Government, p. 169.
64. Harjian, 18-3-’39, p. 53.
65. Young India, 23-6-’20. p. 5.
66. Harijan, 25-3-’39, p. 64.
67. Young India, 10-11-’21. p. 362.

Anmerkung zu 65: Zwar wird Gandhiji in einigen Sammlungen seiner Schriften dieser Text zugeschrieben, aber er wurde wohl von einem anderen mit seiner Erlaubnis und Zustimmung in Young India veröffentlicht.

Meine als Bücher erschienenen Übersetzungen in der Reihenfolge ihres Erscheinens (Juli 2017)

John A. McConnell, Achtsame Mediation. Mindful Mediation. Buddhistische Wege der Konfliktbearbeitung. Hrsg. Internationaler Versöhnungsbund: Minden 2002. (1)

Johan Galtung et al., Neue Wege zum Frieden. Konflikte aus 45 Jahren. Diagnose, Prognose, Therapie. Hrsg. Bund für Soziale Verteidigung: Minden 2003. (2)

Johan Galtung, Konflikte und Konfliktlösungen. Die Transcend-Methode und ihre Anwendung. Kai Homilius Verlag, Globale Analysen Band 3: Berlin 2007. Da KH dachte, Johan hätte den Text selbst in Deutsch geschrieben, wird meine Name als Übersetzerin im Buch nicht genannt. (3)

Michael Henderson, Die Macht der Vergebung. Hrsg. vom Bund für Soziale Verteidigung. Deutsche Originalausgabe. Publik-Forum: Oberursel 2007. (4)

Pat Patfoort, Sich verteidigen ohne anzugreifen. Die Macht der Gewaltfreiheit. Aus dem Französischen. Hrsg. Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden und Internationaler Versöhnungsbund – Deutscher Zweig: Karlsruhe und Minden 2008. (5)

Jean Bricmont, Humanitärer Imperialismus. Die Ideologie von der humanitären Intervention als Rechtfertigung für imperialistische Kriege. Vorwort von Noam Chomsky. Kai Homilius Verlag, Globale Analysen Band 9: Berlin 2009. (6)

Dietrich Fischer, Umfassende Sicherheit mit friedlichen Mitteln. Analyse der Gefahren und kreative Strategien der Abwendung. Sozio-Publishing: Belm-Vehrte 2009. (7)

Johan Galtung, 100 Lösungsszenarien für Konflikte in aller Welt. Der Diagnose-Prognose-Therapie-Ansatz. Marburg: Tectum Verlag 2011. (8)

Tagore/Meyer-Franck/Meyer-Benfey, Mein lieber Meister. Briefwechsel 1920-1938. Heidelberg: Draupadi Verlag 2011. (9)

Salma, Die Stunde nach Mitternacht. Roman. Draupadi Verlag: Heidelberg 2011. (10)

Ira Chernus, Warum handeln Menschen gewaltfrei? Geschichte einer Idee. Belm-Vehrte: Sozio-Publishing: 2012. (11)

Mein Leben. Autobiografie de Abdul Ghaffar Khan. Wie ein Weggefährte Gandhis die Gewaltfreiheit im Islam begründet. Afghanic: Bonn 2012. (12)

Uri Avnery, Israel im arabischen Frühling. Essays von Februar 2012 bis [Ende des Jahres] Klagenfurt – Wien: kitab Verlag 2013. (13)

Galtung, Santa Barbara, Perlmann, Versöhnung. Belm Vehrte/Osnabrück: Sozio-Publishing 2014. (14)

Josef Ben-Eliezer, Meine Flucht nach Hause. Schwarzenfeld: Neufeld Verlag 2015. (15)

André Gunder Frank, ReOrient. Globalwirtschaft im Asiatischen Zeitalter. Wien: Promediaverlag 2016. (16)

Uri Avnery, Israel und Palästina auf dem Wege zu einer Zweistaatenlösung? [Essays 2015] Klagenfurt – Wien: kitab Verlag o. J. [2016] (17)

Ghani Khan, Schriften von ihm und über ihn. Bonn: Afghanic 2016. (18)

Uri Avnery: Ja, es ist möglich

UriCoverPorträt

Artikel 2016
Im von Uri Avnery selbst – aus den Titeln seiner Artikel – ausgewählten Titel dieser Sammlung JA, ES IST MÖGLICH nennt der Autor die grundlegende Bedingung für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern: den Glauben daran, dass eine Lösung möglich ist.
An immer neuen – aktuellen – Beispielen erweisen sich Uri Avnerys Artikel als hilfreich für das Verständnis der (eigentlich immer) unübersichtlichen weltpolitischen Ereignisse und Situationen: Sein unbestechlicher Blick in die jeweilige GESCHICHTE – meist aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten – scheint dafür unerlässlich zu sein.
Tiefe der Analyse, Treffsicherheit des Ausdrucks und Humor erheben die Artikel über die Tagesaktualität ihrer Themen in Allgemeingültigkeit und Zeitlosigkeit.
Uri Avnery erweist sich auch hier wieder als engagierter, zugleich immer auch besonnener, genauer Beobachter seiner Umwelt, als einer, der den Mut nicht verliert, als „Optimist“ (im Titel seiner – bisher nur hebräisch erschienen – Autobiografie) und als ein Weiser, den man gerne um Rat fragen möchte.

Erreichbarkeit: pdf in der Deutschen Nationalbibliothek
Als eBuch bei Kindle Amazon

Andere “schonen”

„Wer andere schont, schont sich selbst“ ist keine moralische Bewertung – wie etwa „Liebe ist Egoismus“ -, sondern der Satz hat eine ganz praktische Bedeutung.
Er ist nur auf den Fall anzuwenden, dass jemand erwartet, dass es, wenn er einen anderen schont, dazu führt, dass dieser wiederum ihn schont. Es ist ja jedes Menschen gutes Recht, sich für das zu entscheiden, was ihm leichter zu ertragen zu sein scheint. Und das ist nicht nur von einem Menschen n zum anderen verschieden, sondern es kann auch von einer Situation zur anderen verschieden sein, weil auch das Abwägen eines Risikos eine Rolle dabei spielt, ob ich einen anderen schone oder nicht. Ich kann z.B. jemanden mit (allzu leichtfertig geäußerten) Bitten verschonen, weil ich nicht möchte, dass es ihm zu viel wird und er mich in der Folge ganz und gar hängen lässt. Andererseits gibt es Leute, die kaum eine Bitte aussprechen mögen, aus Angst, sie könnten mit der Ablehnung ihrer Bitte konfrontiert und mit dieser „Kränkung“ nicht fertigwerden. Das habe ich in der eigenen Familie bitter – und unerbittlich – erfahren.
Jemand, der sich nicht der Möglichkeit einer Kränkung aussetzen möchte, wird versuchen, sie auf die eine oder andere Weise von vornherein auszuschließen. Umgekehrt: Jemand, der meint, er könnte eine Kränkung (mehr oder weniger leicht) ertragen, wird im Umgang mit anderen nicht jede Möglichkeit dazu mit allen Mitteln auszuschließen versuchen, wird also weniger „vorsichtig“ und weniger bemüht sein, niemandem auf die Füße zu treten.
Wenn eine sich vor möglichen Enttäuschungen fürchtet, wird sie manches, dessen Gelingen ihr unsicher erscheint, lieber nicht versuchen. Es ist nun die Frage: Was erscheint ihr erträglicher, „enttäuscht“ zu werden oder eine (möglicherweise geringe, vielleicht aber auch einzigartige) Möglichkeit zu versäumen. Dieser Gedankengang hat zu meiner Lebensmaxime geführt:
„Was ich versuche, wird vielleicht etwas, was ich nicht versuche, wird bestimmt nichts.“
So ist es immer ein individuelles Abwägen und muss keinem allgemeinen gesellschaftlichen Urteil unterworfen werden.
Es läuft auf den bekannten simplen Satz hinaus: Wer sich zutraut, die möglichen Folgen zu ertragen, kann „alles“ tun. Das ist zweifellos eine allgemeingültige Einsicht, die aber wie alle ihresgleichen nur von Bedeutung ist, wenn eine sie auf ihr (tägliches) Verhalten anwendet, bzw. anwenden kann.