Category Archives: Dichtung

Spiegel der Nation – Meli Hindara

Eine Spiegelung der paschtunischen Kultur in ihren Volkserzählungen. Drei Bände
Die Sammlung von Muhammad Gul Noori in Paschtu ist zuerst 1935 erschienen.

Über dieses Buch
Meli Hindara ist Paschtu und bedeutet Spiegel (hindara) der Nation (meli). Das heißt, die nakluna (Volkserzählungen) dieser Sammlung sind eine Spiegelung der Kultur des paschtunischen Volkes. In ihnen werden die dem Volk wichtigen Dinge behandelt: Liebe, Brüderlichkeit, Tapferkeit, Kampfgeist, Ehre, Frömmigkeit, Keuschheit, Schutz der Frauen, Mitgefühl, Gastfreundschaft, Treue und aufopfernder Patriotismus.
Diese nakluna sind traditionellerweise mündlich überlieferte Geschichten, die von einer Generation zur anderen weitergegeben worden sind. Sie wurden von Geschichtenerzählern, den nakalchian, vorgetragen. Vor der Zeit von Radio und Fernsehen versammelten sich die Menschen und hörten ihrer kunstreichen Darbietung zu. Der nakl soll in erster Linie unterhalten. Allerdings enthält er auch eine psychologische Komponente: Mütter und Großmütter erzählten diese Geschichten ihren Kindern und Enkeln als Gutenachtgeschichten, weil sie moralische Lehren enthalten.
1930 schrieb Muhammad Gul Noori als erster diese nakluna auf, die ihm nakalchian aus Kandahar erzählt hatten. Er widmete sein ganzes Leben bis zu seinem Tod im Jahre 1352 Shamsi (1973) dem Paschtu und sammelte verschiedene Gattungen der Folklore.

Wie lesen Menschen, die in Europa sozialisiert worden sind, diese Geschichten? Ich würde an manchen Stellen am liebsten den Protagonisten zurufen: Löst euch von denjenigen Konventionen, die euch zugrunde richten, wenn ihr sie streng befolgt! Sprecht miteinander, um die Irrtümer aufzuklären, die euer Leben bedrohen! Überlegt euch gut, worin eure „Ehre“ in Wahrheit besteht und ob sie wahrhaftig Töten und Sterben wert ist!
Band11563

Band 1 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Band 2 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Band 3 als eBuch und als PDF in der Deutschen Nationalbibliothek

Ghani Khan Schriften. Von ihm und über ihn.

P1050858-1 Zusammengestellt und aus dem
Englischen übersetzt von
Ingrid von Heiseler
Afghanic 2016
Foto:Afghanic-Tagung 2016 mit
Dr. Yahya Wardak
GhaniCoverFin
Das kleine Buch wirft ein Licht auf die interessante Persönlichkeit und den vielseitigen Künstler Ghani Khan (1913 bis 1996), den ältesten Sohn Abdul Ghaffar Khans. Außer der „Skizze“ The Pathans stammt das Material
ausschließlich aus dem Internet. Motiviert wurde diese Arbeit durch Ghani Khans Orte und Zeiten verbindenden liebevollen Humor, die anrührende Unmittelbarkeit der Darstellung und die weise Haltung, die aus Bild (u.a. S. 82) und Texten strahlt.
Zur Person: Nach Studien in Delhi, England und den USA gelangte Ghani Khan in Rabindranath Tagores Schule in Shantiniketan. Er schrieb: „Erst in Shantiniketan entdeckte ich mein Ich und die vergangene Größe meiner eigenen Kultur und
Zivilisation“.
1947 gründete er die Zalmai Pukhtoon (pathanische Jugend), deren Mitglieder im Gegensatz zu den „Rothemden“ Waffen trugen. Im Sommer 1948 wurde Ghani wegen angeblicher subversiver
Aktivitäten verhaftet und für 6 Jahre eingekerkert. Während seiner Gefangenschaft schrieb er den Gedichtband De Panjray Chaghar (Gezwitscher aus dem Käfig).
Nach seiner Entlassung setzte Ghani Khan seine Schreib- und Malarbeiten fort. In seinem Buch Die Pathanen (1947) „feierte und verspottete er die pathanische Identität.“ Es ist „immer noch die beste humorvolle Vorstellung der Menschen der Grenzprovinz.“ Im „Schluss“ schreibt er: „Nun bin ich am Ende meiner Geschichte angelangt. Ich hoffe, das Zuhören hat euch ebenso viel Freude gemacht wie mir das Erzählen! Lesen ist die zivilisierte Form des Zuhörens und Schreiben eine schwierige Art des Sprechens.
Ich habe versucht, euch von meinem Volk zu erzählen. Nicht aus einem kalten,
unparteiischen, vorurteilsfreien Blickwinkel, denn ich bin ja kein Stein, der der einzige Gegenstand sein mag, den man wahrhaft unparteiisch nennen kann.“
Der Dichter Ajmal Khattak (1925-2010) schrieb über Ghani: „Abdul Ghani Khan hat Gefühle von Liebe und Zuneigung in Versen ausgedrückt und unter dem Einfluss seiner
nationalistischen Leidenschaft hat er außergewöhnlich gute Gedichte geschrieben. In der pathanischen Literatur ist er jedoch als ‚verrückter Philosoph‘ bekannt. Der Grund dafür ist, dass er unter diesem Pseudonym hervorragende humorvolle und satirische Gedichte geschrieben hat.“ Diese veröffentlichte Ghanis Vater in seiner Zeitschrift Paschtun.

ISBN: 978-9936-620-28

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wardak@afghanic.de • www.afghanic.de

Rahman Baba: Der Diwan. Gedichte

Rahman Baba: Der Diwan
RahmanBaba

Der Inhaber des Copyright der englischsprachigen Ausgabe Robert Samson schrieb in seiner Mail vom 28.09.2017: I am fine with that [translation] and give my full permission. My only request is that you give credit to the original English translation…say where it came from.
Ich bin damit einverstanden, dass die Gedichte übersetzt werden und gebe meine Erlaubnis [für die Veröffentlichung auf IvHs Webseite]. Meine einzige Bedingung ist, dass die Übersetzung ins Deutsche aus der englischen Version erfolgte und diese genannt wird.
RahmanBaba

Bildquelle

und in der Deutschen Nationalbibliothek

Rahman Baba
Gedichte: Der Diwan
Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler

Bis auf den heutigen Tag ist Abdur Rahman Baba der beliebteste Dichter der Paschtunen. Seine Dichtung findet sich im täglichen Leben der Paschtu-Sprechenden in aller Welt und sie wird begeistert zitiert, um öffentliche Ereignisse zu eröffnen, um eine Botschaft in der Moschee zu verdeutlichen und als das maßgebliche Wort, um Diskussionen in der hujra [Gemeindeversammlung mit Gerichtsfunktion] zu schlichten. Rahmans Dichtung fängt das Wesen davon ein, was es bedeutet, ein paschtunischer Moslem zu sein.
Im Allgemeinen besitzen Paschtunen nur wenige Bücher, der Diwan Rahman Babas wird jedoch ständig in Peshawars Geschichtenerzähler-Basar verlangt. Wenn man aus den wenigen Besitztümern schließen kann, die Flüchtlinge bei sich haben, kann man erkennen, dass Rahmans Worte hoch geschätzt werden: Mit Teppichen, Teetassen und Langkornreis bringen viele Paschtunen den Diwan mit in die neuen Landstriche [aus der Einleitung].

Inhalt
Einleitung
Zum deutschen Text der Einführung in den Diwan
TEIL EINS. Einführung in den Diwan
1. Das Leben Rahman Babas
2. Der Diwan
3. Die Themen des Diwans
4. Das Vermächtnis von Rahmans Dichtung

TEIL ZWEI. Übersetzung des Diwans [aus der englischen Übersetzung Robert Sampsons und Momin Khans]
1. Der Erste Daftar [D1-D140]
2. Der Zweite Daftar [D141-D343]

Glossare:
Glossar A. Wörter
Glossar B. Namen von Personen und Orten
Literaturangaben [kleine Auswahl]

ÜberRahman1993