Category Archives: Lebensphilosophie

Auf dem Weg zu einer buddhistischen Psychologie des Friedenstiftens

ERSTER TEIL VON JOHN MCCONNELL: Achtsame Mediation

„Das Buch handelt davon, wie man buddhistische Prinzipien zum Lösen alltäglicher Konflikte gebrauchen kann. Außerdem ist es ein gutes Beispiel dafür, wie man den Buddhismus auf die gegenwärtige soziale Wirklichkeit anwenden und mit seiner Hilfe eine bessere Zukunft schaffen kann. Wenn wir die hier dargestellten Erkenntnisse auf soziale und politische Gebiete anwenden, können wir dort tiefere Zusammenhänge erkennen und dauerhafte Lösungen finden.“ (Aus der buddhistischen Einführung)

John McConnell stellt im hier deutsch vorliegenden ersten Teil seines Buches MINDFUL MEDIATION von 1995 die buddhistische Psychologie dar und bezieht sie auf den Umgang mit sich selbst, mit anderen, mit Konflikten und auf Friedensstiftung.
Ein zentraler Begriff im Buddhismus ist SATI – Achtsamkeit. Sie hält den Geist vom Umherschweifen ab und erlaubt Geisteszuständen nicht, unbeachtet vorüberzuziehen. Sie bewahrt den Geist davor, aufgeregt und ruhelos zu werden. Man kann sie mit einem Torhüter vergleichen: Sie wacht über die verschiedenen Sinnen-Tore, durch die die Sinneseindrücke eintreten, und überprüft alles, was durch diese Tore eingeht.

Jetzt als eBuch und als Taschenbuch erhältlich

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Gul Pacha Ulfat: Ausgewählte Prosa

Weisheit und Feingefühl eines afghanischen Philosophen
Der paschtunischen Sprache gewidmet

Ins Deutsche übertragen von Ingrid von Heiseler
Metagrapho Wolfsburg und Afghanic Bonn 2019

MEIN LIEBES BÄUMCHEN
Ich weiß nicht, wo du warst oder woher du gekommen bist.
Ich weiß nur, du standest mit all den anderen Bäumchen eng gedrängt an einem Ort, wo du nicht genug guten Boden hattest, um zu wachsen. Deshalb verließest du den Ort und kamst hierher.
Ich bin sehr glücklich, dass du gekommen bist, und ich habe für dich einen Platz in meinem Hof gefunden.
Ich möchte, dass deine Beziehung zu diesem Haus und seine Verständigung mit ihm sehr stark sein werden, dass sich deine Wurzeln in alle Richtungen ausbreiten, dass deine Äste in die Luft ragen und dass du zu einem hohen Baum heranwächst. Du lebst mit meinen Kindern in diesem Haus! Dieser Ort sollte dich nicht einengen. Es ist dein Haus. Du bist wie eines der Kinder, die hierher gehören.
Ich hoffe, viele Menschen werden in deinem Schatten sitzen können.
Mögen doch alle Menschen deine Blüten und deine süßen Früchte sehen und mögen sie die schönen Lieder der Vögel aus deinen Ästen und Zweigen hören.
Mein Bäumchen! Wie schön wird es sein, wenn ich dich grünen und blühen sehe!
Deine schönen Blüten, dein Schatten und deine Früchte werden ein großer Segen für mich sein.
Wenn ich eine Gedenkstätte zurücklasse, werden diese gute Tat und all ihre positiven Folgen ein großer persönlicher Schatz sein.
Ich will Rosensträucher und Ziersträucher um dich herum pflanzen. Ich möchte, dass du weißt, dass ich mich nicht nur um der Früchte willen mühe, sondern dass ich auch deine Blüten und deine grünen Blätter liebe.
Schließlich habe ich nicht nur einen Magen und kann nicht ohne Nahrung leben, sondern ich habe auch Augen und eine Nase im Gesicht.
Wie wunderbar wird es sein, am Morgen die lieblichen Stimmen der Singvögel in deinen Zweigen zu hören, wenn ich von ihren lieblichen Liedern erwache.
Mein Bäumchen! Wenn du in die Luft wächst, dann sende doch deinen Duft in die Luft und biete dich den Vögeln der Luft an.
Die Brise, die zu dir kommt, soll bei ihrem Scheiden etwas mit sich nehmen.
Auch die Honigbiene soll dich nicht mit leerer Honigblase verlassen.
Ich wollte, meine Freunde könnten deinen Schatten genießen und ich könnte ihr Lachen hören.
Es wird sich gelohnt haben, wenn du, nachdem ich einige Jahre lang Wasser von einem weit entfernten Ort für dich herangeschleppt habe, den Menschen ein Lachen in den Mund zauberst und ihnen glückliche Augenblicke bereitest. (S.106f.)

2019-8-11UlfatCoverFront

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