Category Archives: Übersetzungen

Die Stunde nach Mitternacht

von Salma

salma-01-coverDer Roman wurde von Lakshmi Holmström aus Tamil ins Englische übersetzt. Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler. Heidelberg: Draupadi Verlag 2011.
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Über das Buch: Die zwölfjährige Rabia lebt mit ihrer Familie in einer dörflichen muslimischen Gemeinde in der Nähe von Madurai in Südindien. Sie genießt als Kind  viele Freiheiten und wird dann mit Einsetzen der Menstruation ihrer
Freundin aus der Schule genommen und wie die erwachsenen Frauen aufs Haus beschränkt. Ihre sehr früh und gegen ihren Willen ins Nachbardorf verheiratete Cousine Wahida löst unbesonnen eine Tragödie aus. Auf zwei unterschiedlichen Gesellschaftsebenen führen die Liebesbeziehungen zwischen muslimischer Frau und hinduistischem Mann zu Ausgrenzung, Leid und Tod beider Frauen. Das Schicksal Rabias bleibt offen: Sie und ihr früherer Spielgefährte Ahmad lieben einander, aber die Drohung ihres Vaters, er werde Ahmad – aus moralischen Gründen – nicht als Schwiegersohn akzeptieren, schwebt über ihnen: Ahmads Mutter lebte jahrelang in einer vom Ehemann – und darum auch von der Gemeinde – geduldeten Liebesbeziehung mit einem armen Moslem.

Über die Autorin: Der Verlag Kalachuvadu Publications veröffentlichte zunächst eine Sammlung von Gedichten der 1968 geborenen Rajathi Samsudeen aka Rokkaiah Malik. Ihre Familie zwang sie, die Schule zu verlassen, und verheiratete sie sehr jung. Der Verleger ermutigte sie dazu, einen Roman zu schreiben, der dann vom Verlag sprachlich redigiert wurde und 2004 in Tamil erschien.

Kommentar: Als deutschen Titel hatte ich Biegen oder Brechen vorgeschlagen, denn eben vor dieser Wahl stehen oder standen alle Frauen, von denen der Roman handelt. Rabia ist die Protagonistin des ersten und Wahida die des zweiten Teils. Die Erzählweise ist sehr komplex: Ein umfangreiches Personal, einige als Erinnerungen eingefügte Ereignisse – manchmal ganze Schicksale –  und viele beim ersten Lesen nicht erkennbare Vorausdeutungen erschweren zunächst das Verständnis; die sehr anschauliche, da genaue Erzählweise hält die Leserin jedoch bei der Lektüre fest.
Der ganze Reichtum des Romans erschließt sich wohl erst beim zweiten Lesen.

Mein Leben. Autobiografie des Abdul Ghaffar Khan

Wie ein Weggefährte Gandhis die Gewaltfreiheit im Islam begründet

ghaffar-khanNeu Vorwort von Johan Galtung. Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler Bonn: Afghanic 2012.
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Abdul Ghaffar Khan wurde (wahrscheinlich) 1890  als zweiter Sohn des Khans (Stammesführers oder Oberhaupts) Bahram Khans im Dorf Utmanzai in der Nordwestgrenzprovinz geboren, die seit 1947 zu Pakistan gehört. Sein Vater schickte ihn gegen den Widerstand des lokalen Klerus in die Grundschule in Peshawar und später sogar in eine christliche Missionsschule. Das Vorhaben, zu seinem älteren Bruder Khan Abdul Jabbar Khan (genannt Dr. Khan Sahib) nach England zu gehen, um dort ein Ingenieur-College zu besuchen, scheiterte an der inständigen Bitte seiner Mutter, die er aus Liebe zu ihr erfüllte. Schon mit Anfang 20 errichtete er seine erste Schule, weil er die Unwissenheit als eine der Ursachen des Elends seiner Landsleute erkannte. Dadurch kam es bereits zu Konflikten mit den Behörden, die Ghaffar Khan dann für einen großen Teil seines Lebens zunächst unter der britischen und dann unter der pakistanischen Regierung in wechseln-de Gefängnisse brachten. Aber er ließ sich weder einschüchtern noch bestechen.

Höhepunkt in Ghaffar Khans Leben war zweifellos die Begegnung und die sich daraus ergebende Freundschaft mit Gandhi. Khan wirkte an der Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft mit und rief die indischen Muslime auf, sich gewaltfrei an der Befreiungsbewegung zu beteiligen. Er gründete in seinem Gebiet Institutionen der Gewaltfreiheit. Bekannt wurden die Khudai Khidmatgar (Gottesdiener), die Rothemden, die „gewaltfreien Soldaten“. Ihre Glaubenssätze waren Gewaltfreiheit, Vaterlandsliebe und Dienst am Menschen. Dieser Dienst sei der einzige, dessen Gott bedürfe. Die Organisation sollte auch die Neigung der Paschtunen zur Gewalttätigkeit, die sich u. a. in Form der Blutrache äußerte, grundsätzlich verändern. Der Aufgabe der Aufklärung blieb er – auch in seinen Reden, von denen drei im Anhang des Buches stehen – treu. Er verband in ein-zigartiger Weise Islam, Gewaltfreiheit und Aufklärung miteinander.

In seinem persönlichen Leben hatte er das Unglück, dass seine erste Ehefrau nach wenigen Ehejahren und der Geburt der beiden Söhne Ghani (1913) und Wali (1915) an einer Infektionskrankheit starb. Seine zweite Ehefrau starb auf einer Pilgerreise in Jerusalem nach einem Treppensturz. Die Bitte seiner Familie, ein drittes Mal zu heiraten, lehnte er ab: Er wolle keiner Frau mehr zumuten, während seiner langjährigen Gefängnisauf-enthalte alleine zurechtkommen zu müssen.

Kommentar:  Die Größe und Bedeutung Ghaffar Khans liegt darin, „dass er die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft: Gewalt, Rache, Bildungsferne, Extremismus, Konkurrenzdenken und Unkenntnis der eigenen Religion erkannte und aktiv dagegen anging. Da diese Probleme in unserer Gesellschaft noch immer vorhanden sind, haben die Lehren und die Lebensführung Badshah Khans nicht nur historische Bedeutung, sondern sie bieten auch für unsere heutigen gesellschaftlichen Schwierigkeiten die besten Lösungsansätze. Badshah Khan war weniger ein Mann des Wortes als der Tat. Das hat er Zeit seines Lebens bewiesen.“ (Aus dem Vorwort des Herausgebers Dr. Yahya Wardak, Kabul 2012.)

Die Textgeschichte: Die erste englischsprachige Ausgabe von 1969 enthielt den Zusatz „as narrated to K.B. Narang“, wie sie Narang erzählt wurde. Diese Erzählung in Paschtu wurde schriftlich festgehalten. Anschließend wurde der aufgeschriebene Text überarbeitet und ins Englische übersetzt.

Mein lieber Meister

Briefwechsel zwischen Rabindranath Tagore und Helene Meyer-Franck und Heinrich Meyer-Benfey 1920 bis 1938

Tagore Herausgegeben von Martin Kämpchen und Prasanta Kumar Paul. Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler.
Heidelberg: Draupadi Verlag 2011. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag  Rabindranath Tagores.
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Helene Meyer-Franck übersetzte zunächst Tagores Texte aus einer
englischen Fassung. Dann erlernte sie die bengalische Sprache, um seine Werke aus der Originalsprache zu übersetzen. Sie und ihr Mann verehrten Tagore zutiefst. Tagore lud den deutschen Professor und seine Frau ein, bei ihm in Santiniketan zu leben und dort eine Bibliothek deutscher Bücher einzurichten und beim Aufbau der geplanten Universität mitzuwirken. Die Reisevorbereitungen waren schon sehr weit fortgeschritten, als unverrückbar feststand, dass die britische Regierung Indiens in diesen Jahren – trotz der Fürsprache Tagores – keine deutschen Staatsbürger einreisen lassen werde.

Tagores Werke wurden, nachdem er 1913 den Nobelpreis für Literatur bekommen hatte, in rascher Folge ins Deutsche übersetzt und erreichten hohe Auflagen. Seine Reise durch Deutschland im Jahre 1921 wurde begeistert aufgenommen. Wenige Deutsche standen Tagore so nahe wie dieses Ehepaar. Dieser Briefwechsel ist der einzige, den der Dichter mit deutschen Intellektuellen führte. Er ist ein bewegendes Dokument deutsch-indischer
Literaturgeschichte.

Die Reise zur Stadt mit den sechs Toren

von Graeme MacQueen

26.3.Cover6Gates Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler.
AmazonDezember13
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Prinzessin Matis Leben hat sich verändert: Feinde haben das Gold-Land erobert und das Königspaar entführt. Mati und ihr Bruder Satya (Wahrheit) wollen mit Hilfe ihres besten Kriegers ihre Eltern befreien. Auf der Reise treffen sie einen geheimnisvollen Sadhu, der ihnen ungewöhnliche Fähigkeiten beibringt. Die drei Protagonisten wollen mit dem Bösen fertig werden, ohne dass sie gewalttätig wie ihre Verfolger handeln. In kontemplativen poetischen Beschwörungsformeln und starker, gut lesbarer Prosa kommen im Roman unaufdringlich die Themen Stellung der Frau und Verantwortung für die Umwelt und die Frage nach dem gut regierten Staat zur Sprache: Beim Durchqueren von drei schlecht regierten Königreichen bewirken die Protagonisten, dass die Einwohner die eigene Kraft erkennen und die Herrscher vertreiben, um selbst gut zu regieren. Über den Autor: Graeme MacQueen ist Buddhismus-Experte und er ist von der Kunst des indischen Geschichtenerzählens begeistert. Er war Universitätsprofessor und ist Friedensaktivist und arbeitet daran, Frieden und Gerechtigkeit in acht Ländern auf drei Kontinenten zu fördern. Er beschäftigt sich seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Übersetzung und dem Studium asiatischer Geschichten. Seit 2003 ist er ausschließlich freier Schriftsteller. Er lebt in Ontario.

Geschichten, die Mut machen

von Dietrich Fischer gesammelt, von Ingrid von Heiseler übersetzt und ergänzt
AmazonOktober13
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DietrichCoverS1563In der Geschichtensammlung wird von Erfolgen erzählt, davon, was Einzelne haben tun können, um ihr Leben zu bereichern, um Frieden und Glück zu finden und anderen zu bringen. Die Geschichten sollen alle, die sie lesen oder hören, dazu ermutigen, ihr Bestes zu versuchen und an ihre Zukunft und möglichen Erfolge zu glauben. Auch von
erfolgreicher Konflikt-Transformation und Problemlösungen wird berichtet und diese Berichte können zur Lösung weiterer –
vielleicht auch ganz anderer – Probleme anregen. Das Buch umfasst außerdem einige Gleichnisse: etwas Vertrautes wird dazu benutzt, auf etwas Neues oder wenig Bedachtes hinzuweisen. Damit wird eine neue Sichtweise eröffnet.

Über den Autor: Prof. Dr. Dietrich Fischer, 1941 in der Schweiz geboren, wurde 1968 an der Universität Bern in Mathematik, Physik und Astronomie promoviert und doktorierte 1976 an der New York University in Informatik.
Er war MacArthur Fellow für Frieden und Sicherheit an der Princeton University und
Berater der UNO in Fragen von Frieden, Sicherheit und Entwicklung.
Er ist der ehemalige wissenschaftliche Direktor der World Peace Academy  in Basel, Schweiz, und Vorstandsmitglied der TRANSCEND Peace University.
Neben zahlreichen Artikeln über Frieden und Entwicklung verfasste er Die Zeitbombe entschärfen – Kriegsverhütung im Nuklearzeitalter, 1986, Frieden gewinnen: Strategien und Ehtik für eine nuklearfreie Welt mit Wilhelm Nolte und Jan Oberg, 1987, Warfare und Welfare mit Jan Tinbergen, 1987, und Peaceful Conflict Transformation and Nonviolent Approaches to Security mit Johan Galtung, 1999.

Dietrich Fischer würzt seit Langem seine Mails und Briefe mit  oft humorvollen  Geschichten.  Die hier vorliegende Sammlung hat er demThema Mut machen gewidmet.
Ingrid von Heiseler hat die Geschichten literarisch ergänzt und die Sammlung erweitert.

Am 18. Oktober 2015 ist Dietrich Fischer gestorben.

 

 

 

Herbstbeginn

von Kamala Das

aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler
AmazonSeptember13
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26.3.CoverKamalaKamala Das hat einen neuen Pfad für die Emanzipation der indischen Frauen durch das Dickicht der Traditionen geschlagen. In My Story, Herbstbeginn, verbinden sich ihre Wahrheitsliebe mit Freimut (über ihr Liebesleben) und Schärfe des Blicks. Das Buch wurde von Millionen Indern gelesen und hat heftige Reaktionen hervorgerufen: Bewunderung und Kritik. Es ist eine sehr poetische und scharfsinnige, ursprünglich in Englisch für eine Zeitschrift geschriebene Autobiografie.
Kamala Das (1934-2009) war eine der bedeutendsten Gestalten der Literatur in Malayalam, der Sprache Keralas. Sie schrieb seit ihrer frühen Jugend Gedichte und Prosa, die ihr einen dauerhaften Platz in der modernen Literatur in Malayalam gesichert haben.
Im Nachwort berichtet die Übersetzerin von einer mit Leben und Arbeit erfüllten Woche, die sie im Februar 1999 bei der Dichterin (v)erleben durfte.

 

Russenjunge

von Boris von Heiseler

Russenjungeaus dem Englischen von Johannes Henrich (Wanja) von Heiseler – durchgesehen von Till und Ingrid von Heiseler
AmazonMai13
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Boris ist sechs Jahre alt, als sein deutscher Vater, Offizier in der Armee des Zaren, 1915 fällt. Nach Verlust des Familienvermögens in der Revolution flieht Mutter Nadja mit Boris und zwei jüngeren Töchtern nach Sibirien. An verschiedenen Orten erlebt Boris den Wechsel zwischen der Herrschaft der „Roten“ und der „Weißen“. Sein festgefügtes Bild gerät ins Wanken, als er mit ansehen muss, wie ein noch kindlicher Rotarmist, der sich bereits ergeben hat, von einigen Soldaten der „Weißen“ erschlagen wird. Er bewundert den hohen Offizier der Weißen, als dieser den Befehl „Feuer“ zu seiner eigenen Erschießung gibt. Boris übersteht einige lebensgefährliche Situationen. Seine zarte Seite vertraut er nur der Schrift an.

Über den Autor: Boris von Heiseler, geb. 1909, war der Sohn Erich Paul Leopolds von Heiseler, der im Ersten Weltkrieg als russischer Offizier fiel, und Nadeschas, der Tochter eines Kosaken und einer Großrussin. Sein Großvater Paul (1851-1914) war Bankier und „erblicher Ehrenbürger zu St. Petersburg“ und stand dem Hof nahe. 1923 entschloss sich Nadescha schweren Herzens, Boris und seine jüngeren Schwestern Tamara und Kira zum älteren Bruder  ihres gefallenen Ehemannes, dem Dichter Henry (1875-1928), nach Deutschland zu schicken, um sie aus der Not in Russland zu retten. Henry lebte seit vielen Jahren mit seiner Frau Emy und seinem Sohn Bernt (1907-1969), dem späteren Schriftsteller, im Haus Vorderleiten bei Brannenburg am Inn.  Später wanderten Boris und Kira nach England aus, während Tamara sich in den Westerwald verheiratete, ihren Mann als Offizier im Zweiten Weltkrieg verlor und dort 1979 starb. Boris wurde königlich britischer Major, Übersetzer und Autor und lebte bis zu seinem Tod 1976 in Cambridge.  1960/61 lud er Tamaras Sohn Wanja zu einem Studienjahr in Cambridge ein. Dort lernte sein Neffe das Manuskript kennen, das er später übersetzte. Wanja hinterließ bei seinem Tod 1997 eine digitale Fassung seiner Übersetzung, die sein Sohn Till überarbeitete und um Auszüge aus dem Erinerungsbuch Vorderleiten von Bernt ergänzte. Das englische Original ging verloren, ebenso die Fotografien und Anmerkungen, die Wanja dem Buch hatte beigeben wollen.

Israel im arabischen Frühling

Betrachtungen zur gegenwärtigen politischen Situation im Orient

von Uri Avnery

UriBuchBAus dem Englischen von Ingrid von Heiseler
Klagenfurt und Wien: kitab-Verlag 2013.
Bei Kitab

Über das Buch: Die Sammlung enthält Uri Avnerys Kolumnen zu aktuellen Belangen Israels, die wöchentlich auf Hebräisch bei “Gush Shalom”  erschienen sind. Die aktuellen Kolumnen sind in  deutscher Übersetzung (aus dem Englischen) u.a. auf den Websites www.lebenshaus-alb. de und www.nrhz.de (Neue Rheinische Zeitung) zu finden. Die Essays informieren über Israel-Internes und haben dabei Welt und Geschichte im Blick. Das Buch ist eine Gabe zu Uri Avnerys 90. Geburtstag am 10.9.2013.

Über den Autor: Uri Avnery wurde 1923 als Helmut Ostermann in Beckum in Westfalen geboren. 1933 wanderten seine Eltern mit ihm nach Palästina aus. Uri wurde später Mitglied der Untergrundbewegung Irgun und nahm 1948 am Unabhängigkeitskrieg teil. Zwischen 1965 und 1981 war er zehn Jahre lang Mitglied der Knesset. 1982 lernte er in Beirut Yassir Arafat kennen, der ihn später als sehr guten Freund bezeichnete. Avnery kannte alle wichtigen Politiker Palästinas und kämpft seit vielen Jahren  gemeinsam mit dem 1993 von ihm gegründeten Friedensblock „Gush Shalom“ in Wort und Schrift für eine Aussöhnung zwischen Juden und Arabern: Seit Jahrzehnten setzen sie sich für ein Ende der Besetzung und für einen Boykott der Produkte aus den besetzten Gebieten ein. Avnery kritisiert Benjamin Netanjahus Politik und dessen Idee eines Angriffs auf den Iran. Er befürwortet die „Zwei-Staaten-Lösung“ und sieht voraus, ein Großisrael könne mit seiner noch dazu abnehmenden jüdischen Minderheit nur ein jüdischer Apartheidsstaat werden. Als innere Bedrohung Israels sieht er die schnell wachsende Anzahl der Orthodoxen, die weder außerreligiöse Schulbildung erwerben noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen noch Militärdienst leisten.

 

Warum handeln Menschen gewaltfrei?

Geschichte einer Idee

von Ira Chernus

Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler
Belm-Vehrte/Osnabrück: Sozio-Publishing 2012.
Im Buchhandel

ChernusÜber das Buch: Ein großer Teil der geistigen Tradition der Gewaltfreiheit stammt aus den USA. Ihre Wurzeln liegen bei den Täufern zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Mitteleuropa und bei den Quäkern in England. Die meisten großen Führer/innen waren Menschen mit tiefem religiösen und moralischen Glauben. Die Geschichte der Gewaltfreiheit ist ein Prozess endloser Debatten und Erneuerungen. In 13 Kapiteln werden Gruppen und Einzelne vorgestellt, die sich theoretisch und/oder praktisch mit Gewaltfreiheit beschäftigt haben.

Über den Autor: Ira Chernus war Professor für Religionswissenschaft an der University of Colorado, Boulder, CO, USA.  Promotion 1975 von der  Temple University in Philadelphia PA, USA. Er schrieb sieben wissenschaftliche Bücher: U.a.  über  Kernwaffen als kulturelles Symbol, die Ideologie der nationalen Sicherheitsstrategie der USA und die religiöse Interpretation von Krieg und Frieden in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er verfasst Texte für bekannte progressive Websites über Themen aus den Bereichen Religion, Kultur und politisches Leben der Vereinigten Staaten und über den israelisch-palästinensischen Konflikt.

 

 

100 Lösungsszenarien für Konflikte in aller Welt

 Der Diagnose-Prognose-Therapie-Ansatz

von Johan Galtung

Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler

TRANSCEND University Press German/Deutsch Band 1
Marburg: Tectum Verlag 2011.
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GaltungZ100Zu den jeweiligen Konfliktregionen in aller Welt stellt Johan Galtung eine friedens-wissenschaftliche Diagnose, gibt eine Prognose darüber ab, wie der Konflikt sich entwickeln wird, und bietet vielfältige Lösungen an, wie eine
Konflikttransformation durch friedliche Mittel vonstatten gehen kann. “Konflikten kann man nicht vorbeugen, wohl aber der Gewalt. Die Konfliktenergie kann in Richtungen gelenkt werden, wo sie positive, gewaltfreie, konstruktive und transformierende Wirkung bekommen kann.” (Galtung)
“In diesem Buch gibt es viel Lösungsorientierung, viel Konfliktlösung und viel  Friedenskultur.” (Ende der Einführung)